November-Blog

Die Netzwerk-Meta-Analyse der Wissenschalfter*innen des Klinikums rechts der Isar der TU München (Logo oben) wurde auf der Plattform des National Institute for Health Research NIHR (Logo rechts) und in der Wissenschaftszeitschrift “The Lancet” (Logo links) veröffentlicht.

Psychologische Behandlungen in der Rückfallprophylaxe von Schizophrenie

Medikamente gelten als Hauptpfeiler zur Behandlung von Schizophrenie. Trotz der Behandlung mit Antipsychotika kommt es bei 24 Prozent der Patient*innen innerhalb eines Jahres zu einem Rückfall mit psychotischen Symptomen. Deshalb ist es wichtig, pharmakologische und psychologische oder psychosoziale Behandlung zu kombinieren. Dazu gehören Interventionen wie Familientherapie, kognitive Verhaltenstherapie oder Psychoedukation. Es ist jedoch nicht klar, welche dieser psychologischen oder psychosozialen Interventionen zur Rückfallprävention am wirksamsten ist.

Deshalb führten die Verfasser*innen eine systematische Übersichtsarbeit und eine Netzwerk-Meta-Analyse durch. Eine systematische Übersichtsarbeit bedeutet, dass alle vorhandenen Studien, die dieses Thema untersucht haben, nach vorgegebenen Kriterien ausgewählt werden. In diesem Fall waren es Studien, die an Patient*innen mit Schizophrenie durchgeführt wurden und denen eine psychologische oder psychosoziale Intervention angeboten wurde mit dem Ziel, einen Rückfall zu verhindern. Dabei erhielt eine Gruppe von Teilnehmer*innen, die zufällig ausgewählt wurden, die psychologische oder psychosoziale Intervention, während einer anderen Gruppe die übliche Behandlung zuteilwurde. Weitere Informationen zu den Methoden des Projekts finden Interessierte unter https://www.crd.york.ac.uk/prospero/display_record.php?ID=CRD42019147884 und https://bmjopen.bmj.com/content/bmjopen/10/1/e035073.full.pdf.

Der Artikel zur Studie findet sich im Lancet unter folgenden Link (auf Englisch) https://www.thelancet.com/action/showPdf?pii=S2215-0366%2821%2900243-1

Mithilfe einer Netzwerk-Meta-Analyse – dies ist eine statistische Analyseform – haben die Verfasser*innen die Auswirkungen der Behandlungen miteinander verglichen. Die Analyseergebnisse haben zutage gebracht, dass Familieninterventionen, Rückfallpräventionsprogramme, kognitive Verhaltenstherapie, Familienpsychoedukation, integrierte Interventionen und Patientenpsychoedukation bei der Vorbeugung von Rückfällen nach zwölf Monaten wirksamer waren als die Standardtherapie.

Der Link zur deutschen Fassung lautet: https://www.psykl.mri.tum.de/sites/www.mridemo.med.tum.de/files/ShARPP_Psychologische%20Interventionen%20f%C3%BCr%20R%C3%BCckfallprophylaxe%20der%20Schizophrenie.pdf.

BASTA war an dem Projekt (Definition der Methoden, Interpretation der Ergebnisse) und an der laiengerechten Zusammenfassung der Untersuchung beteiligt. In Anerkennung seiner engen Zusammenarbeit mit dem Projekt ist Wulf Peter Hansen (BASTA) Mitautor der daraus resultierenden Veröffentlichungen.


Logo der Süddeutschen Zeitung

Artikel „Ruhe gegen die Angst“ in der SZ

Zu der vorangegangenen Abhandlung passt ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 12. November 2021. Darin heißt es: „Bei psychotischen Störungen gelten Neuroleptika als Mittel der Wahl. Modellprojekte zeigen jedoch, dass Ärzte auch mit weniger Medikamenten zur Gesundung beitragen können.“ Nachfolgend wird geschildert, wie einer Betroffenen geholfen werden konnte. Den Artikel gibt es unter https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/psychatrie-neuroleptika-unterstuetzung-hilfe-1.5462545?reduced=true.


Logo der EX-IN-Bewegung

Zehn Jahre EX-IN Deutschland

Am 9. und 10. November 2021 fanden die Intervisionstage von EX-IN Deutschland im Bürgerzentrum Neue Vahr in Bremen statt. Sie standen ganz unter dem Zeichen der Rückschau, der Gegenwart und dem Ausblick auf kommende Zeiten. Der Festakt zum zehnjährigen Bestehens des Vereins EX-IN Deutschland e.V. mit einem gut moderierten Rückblick war eine spannende Veranstaltung. Mit Jörg Utschakowski, Gyöngyvér Sielaff, Gudrun Tönnes, Werner Holtmann und Irmela Boden kamen auch ehemalige Vorständinnen und Vorstände zu Wort. Angelika Lacroix rundete mit ihrem Beitrag „10 Jahre EX-IN – Einblick von außen“ diesen Rückblick ab und machte am Beispiel Bremerhaven deutlich, was durch Tatkräftigkeit und Entschlossenheit in Kliniken möglich ist.

BASTA gratuliert dem Verein zur Entwicklung von EX-IN, ein Projekt, das nur durch viel Engagement so wachsen konnte, und wünscht weiterhin alles Gute!



Vernetzungstreffen EX-IN Bayern in Irsee am 26. und 27. Januar 2022

Ende Januar 2022 findet im Kloster Irsee erneut ein bayernweites EX-IN-Vernetzungstreffen statt. Neben den auf der letzten Tagung bereits erprobten Worldcafés mit Erfahrungsaustausch zu verschiedenen Einsatzgebieten, Entlohnung, Fortbildungen, Supervision konnten zwei Referentinnen gewonnen werden. Margit Schmolke (Co-Autorin: „Recovery – Das Ende der Unheilbarkeit“) behandelt das Thema „Eigenreflexion als Notwendigkeit für Genesungsbegleiter*innen“, Karin Aumann (Genesungsbegleiterin und EX-IN-Trainerin) hält einen Vortrag zum Thema Entlohnung. Programm und Details zu Anmeldung sowie Kosten finden sich unter http://ex-in-by.de/wp-7f2a0-content/uploads/2021/11/Programm_2022-Vernetzungstreffen-Bayern-EX-IN.pdf. Es gelten die zum Zeitpunkt der Veranstaltung in Bayern gültigen Corona-Auflagen.




Angebote für Flüchtlinge mit psychischen Erkrankungen in München

Logo der Klinik der LMU


Migrationsambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU München

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU bietet Menschen mit Migrationshintergrund eine ambulante Anlaufstelle. Die Spezialambulanz ist in die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) der Klinik integriert. Sie führt Diagnostik und Beratungen auf Arabisch, Dari, Deutsch, Englisch, Farsi und Französisch durch. Zu dem multiprofessionellen Behandlungsansatz gehören Psychiater, Psychologen, Sozialarbeiter und Pflegekräfte. Der Kontakt ist möglich über Telefon 089/4400-53307 von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr. Mehr Informationen unter https://www.lmu-klinikum.de/psychiatrie-und-psychotherapie/patientenportal/ambulanzen/migrationsambulanz/9ecb748e70d29bd8.


Logo von Refugio München

Therapie für Geflüchtete bei Refugio München

Viele Menschen mit Fluchterfahrung sind durch traumatisierende Erlebnisse in ihrem Herkunftsland sowie auf der Flucht schwer belastet. Refugio München bietet Geflüchteten, die durch Krieg, Verfolgung, Folter und Flucht traumatisiert wurden oder psychisch erkrankt sind, Psychotherapie und psychologische Betreuung an. Dabei arbeitet der Verein mit verschiedenen psychotherapeutischen Ansätzen wie Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, systemischer Therapie und Gesprächstherapie. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen setzt Refugio auch auf kreative Methoden wie Kunst- und Musiktherapie. Die Gespräche werden nach Möglichkeit in der Muttersprache geführt oder bei Bedarf gedolmetscht. Sie sind für die Geflüchteten kostenlos. Weitere Informationen unter https://www.refugio-muenchen.de/angebote-fuer-menschen-mit-fluchterfahrung-und-migrationshintergrund/psychotherapie-und-sozialberatung/.

Oktober-Blog

Eine positives Feedback eines Schülers nach einer Begegnungsstunde im BASTA-Schulprojekt

20 Jahre BASTA


Aufgrund verschiedener Umstände können wir unser Jubiläum leider nicht direkt feiern. Daher danken wir dem Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker für seine Würdigung.


BASTA wird 20 Jahre alt: unbeirrbar berichtet

Die Zeitschrift unbeirrbar des Landesverbands Bayern der Angehörigen psychisch Kranker berichtet in ihrer 72. Ausgabe über unser 20-jähriges Jubiläum. BASTA, eine Anti-Stigma-Kampagne, widmet sich seit 2001 der Aufklärung, was Diskriminierung und Stigmatisierung von psychisch erkrankten Menschen anbelangt. Ein Team von Menschen, die Erfahrung mit einer psychischen Erkrankung haben, und Psychiatrieprofis geht in Schulen (Schulprojekt) oder bayerische Fachhochschulen für Polizeibeamte (Polizeiprojekt), um dort über psychische Erkrankungen, beispielsweise Schizophrenie oder bipolare Störung, aufzuklären. Das vielfach bewährte Schulungskonzept ist sehr beliebt und kommt bei den Schülerinnen und Schülern, egal ob Regel- oder Fachhochschule, gleichermaßen gut an. BASTA ist auch im kulturellen Bereich aktiv. In München werden im August zwei Filmabende organisiert, in Rosenheim einer. Den ganzen Artikel finden Sie unter https://www.lapk-bayern.de/wp-content/uploads/2021/10/10376_unbeirrbar_0321_online.pdf

Es folgt ein Interview mit Elfriede Scheuring, Projektleiterin bei BASTA, sowie mit Kerstin Schultes, selbst Betroffene und seit vielen Jahren aktiv für BASTA. Dabei erfahren wir, dass Frau Scheuring aus unbeirrbar von BASTA und seinem Schulprojekt wusste. Beide bekräftigen, dass die Schülerinnen und Schüler aufmerksam und interessiert seien. Am Ende sollen sie mitnehmen, dass sie mit einem psychischen Problem nicht allein dastehen und es immer Möglichkeiten gibt, sich Hilfe zu holen.

Es werden einige berührende Erlebnisse geschildert. Davon sei hier eins exemplarisch genannt. Frau Schultes traf in einem Berufsvorbereitungskurs eine junge Frau, die nach ihrem Vortrag sagte, sie hätte eine ähnliche Geschichte und stünde im Moment genau an dem Punkt, an dem Frau Schultes sich damals für die Alkohol- und Drogensucht entschieden hätte, und sehe gerade deutlich, wohin der Weg führe, nämlich in die Sucht und die Verschlimmerung der Erkrankung. Sie hat sich dann entschlossen, sich über Therapiemöglichkeiten zu informieren.


Klaus Nuißl (Foto aus ”Unbeirrbar”)

Bundesverdienstmedaille für BASTA-Aktiven Klaus Nuißl

Ebenfalls in der Oktober-Ausgabe von “Unbeirrbar” wird über Klaus Nuißl berichtet, der am 31. Juli das Budesverdienstmedaille aus der Hand des Bezirkstagspräsident der Oberpfalz Frahnz Löffler erhalten hat: “Neben seiner hauptberuflichen beratenden und begleitenden Tätigkeit als EX-IN Genesungsbegleiter ist er zudem Mitglied des Vorstands von „Irren ist menschlich“, einem Regensburger Verein von und für Psychiatrie-Erfahrene. Er leitet eine Selbsthilfegruppe und betreibt Anti-Stigma-Arbeit in Schulen und bei der Polizei über das Projekt „BASTA“. Zudem ist er Redaktionsmitglied der „Psychosozialen Information“ und leistete einen erheblichen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen – nicht nur in und um Regensburg.”
Wir gratulieren Klaus Nuißl ganz herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung und wünschen ihm weiter viel Kraft und Erfolg für sein vielfältiges Engagement.


Lesung beim Turmsturm

Turmsturm am Hans-Mielich-Platz

Am Freitag dem 8. 10. 2021 fand die 2te Auflage vom Turmsturm statt. Ein Turm aus bunten bemalten und beschrifteten Stigma-Würfeln wurde mit Stricken zum Einsturz gebracht. Davor lasen zwei Schauspieler vom Theateratelier Texte über Wünsche, Erfahrungen, Ängste und Vorurteilen.

Auch dieses mal fiel der Turm planmäßig insich zusammen.


Cover des Buches “Hast du uns endlich gefunden” von Edgar Selge


Buchhinweis: „Hast du uns endlich gefunden“ von Edgar Selge

Unser Schirmherr Edgar Selge, einer der bedeutendsten deutschen Charakterschauspieler, hat sein erstes Buch herausgebracht. Vor einigen Tagen ist der Roman „Hast du uns endlich gefunden“ im Rowohlt-Verlag (ISBN 978-3498001223, 24 Euro) erschienen. Er erzählt die Geschichte eines Zwölfjährigen, aufgewachsen zwischen Gefängnismauern kurz nach dem Krieg. Mit Witz und Charme werden die Leser in diese Welt hineingezogen. Eine detaillierte Beschreibung verfasst von Michael Krüger finden Sie unter https://www.sueddeutsche.de/kultur/edgar-selge-roman-1.5440509.


Header und Motiv von der Webseite https://www.real-verbund.de


Rehabilitation für psychisch erkrankte Menschen (RPK) in Rosenheim


Die RPK Rosenheim ist ein Angebot von ReAL Isarwinkel. Hier steht die ambulante medizinische und berufliche Rehabilitation im Vordergrund. Wer länger als sechs Monate unter einer andauernden psychischen Erkrankung leidet, kann sie als Regelleistung in Anspruch nehmen. Bis zu 30 Klient*innen erhalten in der RPK-Einrichtung ein individuelles Therapieangebot, das aus verschiedenen Bausteinen entwickelt wird. Die Kontaktaufnahme kann unter Telefon 0176/17 66 11 18 oder via E-Mail l.weise@real-verbund.de erfolgen.
Alle Rehabilitanden beginnen die RPK-Maßnahme mit der medizinischen Phase. Deren Zielsetzung unterscheidet sich je nach Leistungsträger. Die Deutsche Rentenversicherung möchte die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit erreichen, bei den Krankenkassen liegt der Fokus darauf, die Krankheit zu heilen, zu bessern oder zu verhüten, dass sie sich verschlimmert.
Rehabilitanden, die über eine positive Erwerbsprognose verfügen, können in der RPK Rosenheim im Anschluss an die medizinische Phase in die berufliche Phase übergehen. Deren Zielsetzung ist es, die Leistungsfähigkeit weiter zu erhöhen, ein spezifisches Berufsfeld zu finden und dieses über längere Zeit zu erproben (Langzeitpraktikum). Wünschenswert ist die nahtlose Vermittlung in eine Festanstellung oder Ausbildung.
Weitere Details zu den einzelnen Bausteinen, zum multiprofessionellen Team und zum Tagesablauf finden Interessent*innen unter https://www.real-verbund.de/leistungen/rehabilitation/rpk-rosenheim.



„Kidstime“: Workshops für Eltern mit psychischer Erkrankung und deren Kinder in München


„Kidstime“ ist ein Angebot für Eltern mit psychischer Erkrankung und deren Kinder. Hinzukommen können auch Tanten, Onkel, Großeltern oder sonstige nahe Angehörige. Die Workshops werden vom Sozialpsychiatrischen Dienst (SpDi) Bogenhausen in Zusammenarbeit mit der Erziehungsberatungsstelle in der Unsöldstraße veranstaltet.
Ziel ist es, einen offenen Austausch zu den Themen psychische Gesundheit, Krise und Erkrankung zu fördern und somit Gefühlen der Isolation entgegenzuwirken und das Selbstvertrauen zu stärken. Das Portfolio umfasst Gruppengespräche für Eltern, spielerische und gestaltende Angebote für Kinder und Jugendliche (Theaterspiel, künstlerische Tätigkeiten). Dazu gibt es Erfrischungen, Snacks und ein gemeinsames Pizza-Essen.


Der Workshop findet jeden letzten Freitag im Monat von 16 bis circa 18:30 Uhr statt, und zwar in der Tagesstätte „Sonnenhaus“ des SpDi Bogenhausen in der Denninger Straße 225, 81927 München. Anmeldung ist möglich unter spdi-bogenhausen@diakonia-muc-obb.de oder 089/93 20 03. Weitere Informationen unter https://erziehungsberatung-muenchen.de/was-wir-anbieten/gruppen/was-gruppendetail/news/kidstime/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=86c55de2cefc183d37a03e543391f855


Logo der Süddeutschen Zeitung


SZ berichtet über die Bogenschützen-Morde und versucht dabei keine Vorurteile zu befeuern


Am 13. Oktober 2021 kamen in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg fünf Menschen durch die Hand eines Bogenschützen ums Leben. Der Verdacht lag nahe, dass es ein terroristischer Anschlag gewesen sei. Am Freitag, dem 15. Oktober 2021, erschien in der Süddeutschen Zeitung ein längerer Artikel. Ein enger Angehöriger wurde mit der Aussage zitiert, Espen B. sei „psychisch krank gewesen“ und „hätte längst in eine geschlossene Station gehört“. Im Artikel werden diese Vermutungen zusammen mit dem Verdacht eines islamistischen Hintergrunds der Tat erörtert und in den Kontext des Attentats des norwegischen Massenmörders auf der Insel Utøya 2011 gestellt.


Was die Berichterstattung besonders macht, ist der Artikel mit dem Titel „Zu allem fähig“, der auf der gleichen Seite abgedruckt war. Der SZ-Wissenschaftsredakteur Christian Weber schreibt darin: „Urteile und Schlussfolgerungen sind oft genauso schnell gemacht wie leichtfertig: Da tötet jemand unter anderem mit Pfeil und Bogen fünf Menschen, einfach so, auf der Straße, das kann nur ein Wahnsinniger tun. Doch so klar liegt die Sache häufig nicht, das weiß man von anderen Anschlägen.“ Im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen unmenschlichen Morden und psychischer Erkrankung infrage gestellt. Weber verweist auf die Taten „ganz normaler Familienväter“ während der Zeit des Nationalsozialismus. Auch die Tatsache, dass „psychisch kranke Menschen in aller Regel eher Opfer von Straftaten werden, als dass sie welche begehen“ führt er an.


Am Ende des Artikels nennt der SZ-Autor Studien, die belegen, dass „Menschen mit einer schizophrenen Psychose mit einer 2,4- bis 5,2-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit eine tödliche Gewalttat begehen“ und er zitiert die Psychiater Asmus Finzen und Georg Schomerus mit der Aussage, „dass man in Deutschland mit etwa jährlich 30 Morden und Totschlägen durch schizophrene Menschen rechnen muss“. Zugleich aber ordnet er ein: „Hierzulande leiden 800 000 bis 1,7 Millionen Menschen unter einer Psychose.“
Zum Vergleich fügen wir hinzu: 2019 belief sich die Zahl der Mord- und Totschlagsopfer in Deutschland auf 2.315 und 2020 gab es 2.719 Verkehrstote. Jeder Mensch, der gewaltsam zu Tode kommt, ist ein tragisches Schicksal, insbesondere für die Angehörigen und Freunde.


Wir finden es vorbildlich, dass die SZ-Redaktion versucht, einen Zusammenhang zwischen psychischer Erkrankung des Täters und einer grausamen Gewalttat abzuwägen und dadurch keine Vorurteile beim Leser entstehen zu lassen.
Den Artikel „Zu allem fähig“ finden Sie unter https://www.sueddeutsche.de/wissen/attentat-norwegen-psychische-stoerungen-gewalt-1.5439583.

September-Blog

Der Moment des Einsturzes beim Turmsturm am 10/10 2019 vor dem Gasteig in München.

Der Moment des Einsturzes beim Turmsturm am 10/10 2019 vor dem Gasteig in München.

Performance „TURMSTURM“ am 8. Oktober 2021 in München


Das Aktionsbündnis ZehnZehn baut einen etwa drei Meter hohen Turm aus Kartons, der symbolisch für die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen steht. Die Bausteine sind von verschiedenen Organisationen der Münchner Psychiatrielandschaft gestaltet und regen zum Nachdenken an: Was bedeutet Stigma eigentlich für mich? Wie gehe ich mit Stigma um? Bin ich ein Teil davon?
Bitte kommen Sie am 8. Oktober 2021 zahlreich zum Hans-Mielich-Platz, 81543 München, und helfen Sie beim Aufbauen ab 12 Uhr. Die Aktion mit Lesungen von Texten des Theaterateliers dauert von 14 bis etwa 15 Uhr. Anschließend reißen wir den Turm gemeinsam nieder, damit Neues entstehen kann. BASTA-Mitarbeiter Alexander Guthe hat die Idee des Turms entwickelt.


Logo der 8. Münchner Woche für seelische Gesundheit mit dem Button “Alles Krise oder was?!”

Logo der 8. Münchner Woche für seelische Gesundheit mit dem Button “Alles Krise oder was?!”



8. Münchner Woche für seelische Gesundheit vom 7. bis 15. Oktober 2021


Die 8. Münchner Woche für Seelische Gesundheit findet vom 7. bis 15. Oktober 2021 statt. Am 7. Oktober 2021 startet die Woche mit einem Vortrag und einem Couchgespräch zum diesjährigen Schwerpunktthema „Alles Krise, oder was?!“. Beiträge der Kabarettistin Claudia Pichler umrahmen die Eröffnungsveranstaltung, die von 18 bis 20 Uhr dauert. Alle genannten Veranstaltungen sind digital und kostenlos.
Folgende Veranstaltungen werden unter
https://www.woche-seelische-gesundheit.de als Highlights genannt:

  • Am 8. Oktober 2021 gibt es von 14 bis 16 Uhr ein Symposium für Hausärzte, das sich mit dem Thema „Psychiatrische Komorbiditäten erkennen und behandeln“ beschäftigt. Veranstalter sind das Münchner Bündnis gegen Depression (https://www.muenchen-depression.de) sowie die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und das Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie. Ärzt*innen des MPI und der LMU berichten über ihre Erfahrungen mit psychiatrischen Komorbiditäten. Weitere Informationen unter www.muenchen-depression.de/fileadmin/sn_config/MBGD_mediapool/Fachsymposium/Symposium_fuer_hausaerzte_WSG2021.pdf.
    Neben der digitalen Veranstaltung findet das Symposium auch im MPI für Psychiatrie, Kraepelinstraße 2, 80804 München statt.
    Programmseite: https://www.woche-seelische-gesundheit.de/programm/aktuelles-programm/symposium-fuer-hausaerzte-psychiatrische-komorbiditaeten-erkennen-und-behandeln/index.html

  • Am 9. Oktober 2021 wird von 9:30 bis 12:30 Uhr ein Symposium für alle Interessierten angeboten. Es gibt Kurzvorträge zum Schwerpunktthema „Alles Krise, oder was?!“ mit anschließender Diskussion. Auch hier findet neben der digitalen Version eine Veranstaltung im MPI statt. Mitveranstalter ist hier das kbo-Isar-Amper-Klinikum.
    Programmseite: https://www.woche-seelische-gesundheit.de/programm/aktuelles-programm/symposium-fuer-alle/index.html

  • Ebenfalls am 9. 2021 Oktober von 15:00 bis 17:30 lädt die Landtagsfraktion vom Bündnis 90/Die Grünen zur Veranstaltung zum ThemaLost in Pandemie ein, Neustart für Jugendliche nach der Krise” in den bayerischen Landtag ein.
    Es soll ein Raum geschaffen werden, um die Sorgen und Nöte der Jugendlichen zu hören und die notwendige Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Expert*innen sollen über notwendige Verbesserungen sprechen, wie das Gefühl des „Allein seins“ reduziert werden kannen. Außerdem sollen Maßnahmen und Lösungsvorschläge erörtert werden wie Jugendliche besser geschützt werden können.
    Verstaltungsseite: https://www.gruene-fraktion-bayern.de/termine/2021/lost-in-pandemie-neustart-fuer-jugendliche-nach-der-krise/?L=0

  • Am 12. Oktober 2021 beschäftigt sich von 16 bis 17:45 Uhr eine Veranstaltung mit dem Thema „Mobiles Arbeiten und Gesundheit. Was bleibt von Corona?“. Im Livestream gibt es einen Vortrag mit Diskussion mit dem Trendforscher Franz Kühmayer vom Zukunftsinstitut Wien, mit der Wissenschaftsjournalistin Dr. Christina Berndt von der Süddeutschen Zeitung und der Personalleiterin Miriam Schilling vom Outdoor-Ausrüster VAUDE. Veranstalter sind die Knappschaft – Regionaldirektion München (http://www.bayern.kbs.de) und die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gemeinnützige GmbH. Interessent*innen können sich an der digitalen Veranstaltung unter http://eveeno.com/talk_mobiles-arbeiten anmelden.

  • Am 14. Oktober 2021 findet von 18:30 bis 20 Uhr im Gemeindesaal von St. Helena am Wettersteinplatz eine Lesung aus dem „Psycho-Tisch: Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar“ statt. Autorinnen und Autoren lesen Auszüge ihrer Texte und Gedichte, die Einblicke in die Welt psychischer Ausnahmezustände gewähren. Sie zeigen ein immer noch tabuisiertes Thema aus der Sicht der Erlebenden, Behandelnden sowie Angehörigen und leisten durch ihre Kreativität einen besonderen Beitrag zu Aufklärung und Inklusion. Bilder und Fotografien aus dem Buch sowie Musikeinlagen bereichern die Beiträge.
    Die Pfarrei St. Helena befindet sich in der Fromundstraße 2 direkt am Wettersteinplatz (U1/Tram 15/25). Der Eintritt frei ist, eine Anmeldung ist via E-Mail Anmeldung-MPS@gmx.de oder Telefon 089/69 36 48 80 möglich.
    „Psycho-Tisch: Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar“: Pabst-Verlag, 2020. Hrsg: Heinrich Berger, Peter Bechmann, Karolina De Valerio, Véronique Dehimi, Josef Bäuml. Weitere Informationen unter https://www.psychose-seminar-muenchen.de/aktuelles.




Logo derWoche der seelischen Gesundheit

Logo derWoche der seelischen Gesundheit

Aktionswoche zum Thema „Seelische Gesundheit in der Familie“


Die Pandemie hat vor allem Familien hart getroffen und deren Alltag auf den Kopf gestellt. Unter dem Motto „Gemeinsam über den Berg – Seelische Gesundheit in der Familie“ widmet sich die diesjährige Woche der Seelischen Gesundheit vom 8. bis 18. Oktober 2021 den psychischen Belastungen in der Krisenzeit und stellt regionale Hilfsangebote für Jung und Alt vor. Mit über 600 Veranstaltungen in ganz Deutschland sollen betroffene Familien motiviert werden, offen über ihre Sorgen zu reden und sich Hilfe und Unterstützung in der Nähe zu holen. Schirmherr der bundesweiten Aktionswoche ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Die Auftaktveranstaltung findet am 8. Oktober 2021 in Berlin und online statt.
Information und Anmeldung unter: https://www.seelischegesundheit.net/aktionen/aktionswoche/. Der Livestream über YouTube ist nicht anmeldepflichtig. Das Programm wird online veröffentlicht.


Logo der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde auf der Seite www.dgppnkongress.de

Logo der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde auf der Seite www.dgppnkongress.de

DGPPN-Kongress 2021 vom 24. bis 27. November 2021


Analog trifft digital: Der diesjährige Kongress der DGPPN ist als hybride Veranstaltung im CityCube Berlin geplant. Alle Programmteile finden vom 24. bis 27. November 2021 vor Ort statt. Als digitale Ergänzung werden die Veranstaltungen zum Teil live ins Internet übertragen und sind im Nachgang auch teilweise als Video-on-Demand-Angebot abrufbar. Laut DGPPN sind alle beliebten Formate in Planung: Lectures, State-of-the-Art-Symposien, Meet-the-Expert-Sessions, Symposien, Poster sowie Workshop-Programm vor Ort. Buchbar sind zum einen das Berlin+Online-Paket 2021 sowie nur das Online-Paket 2021. Eine CME-Zertifizierung wird beantragt. Die Anmeldung ist ab sofort möglich (www.dgppnkongress.de/kongress/ueberblick.html). Sollte der Kongress pandemiebedingt ausschließlich digital stattfinden, werden alle angemeldeten Teilnehmer*innen rechtzeitig über das weitere Vorgehen informiert.
Aktuell wird die zeitliche Eintaktung der Kongressveranstaltungen vorgenommen. Während dieses Vorgangs sind alle Termine, die im persönlichen Kongressportal zu finden sind, vorläufig. Mit Veröffentlichung des Kongressprogramms, voraussichtlich Ende September 2021, gelten die Termine als bestätigt. Einige Highlights stehen jedoch bereits fest. Sie gibt es unter https://www.dgppnkongress.de/programm/highlights.html


Cover des Buches “Das Stigma psychischer Erkrankung”

Cover des Buches “Das Stigma psychischer Erkrankung”

Buchbesprechung „Das Stigma psychischer Erkrankung“ von Nicolas Rüsch, Martina Heland-Graef und Janine Berg-Peer


„Du Psycho, mit Dir möchte ich nichts zu tun haben!“ Solche Reaktionen sind Menschen mit psychischer Erkrankung vertraut. Das Stigma ihrer Erkrankung beeinträchtigt sie in etlichen Lebensbereichen: im sozialen Umgang, in der Arbeitswelt, im Gesundheitswesen und Rechtssystem sowie durch Zerrbilder in den Medien. Die vielfältigen Aspekte beschreibt das Buch „Das Stigma psychischer Erkrankung – Strategien gegen Ausgrenzung und Diskriminierung“ von Nicolas Rüsch. Rüsch ist Professor für Public Mental Health an der Universität Ulm und klinisch tätig als Psychiater am Bezirkskrankenhaus Günzburg. Das Buch verfolgt zwei Ziele: Stigma in seinen Formen und Folgen erkennbar zu machen und Wege zum Abbau von Stigma aufzuzeigen. Bei den Ausprägungen von Stigma geht Rüsch auch auf einzelne Diagnosen ein, zum Beispiel auf Demenz oder Autismus. Es enthält je ein Kapitel aus Sicht einer Angehörigen und einer Betroffenen.
Ein Ergebnis von Rüschs Recherchen ist, dass die Zielgruppe genau definiert werden muss, dass der Kontakt mit einer Betroffenen/einem Betroffenen wichtig ist und dass Peers beteiligt werden sollten. In diesem Zusammenhang wird auch BASTA lobend erwähnt. Anders als im englischsprachigen gibt es im deutschsprachigen Raum keine auskömmlich finanzierten landesweiten Programme. Die Kosten seien Peanuts im Vergleich zu den gesellschaftlichen Folgekosten der Erkrankung, so Rüsch. Für die Zukunft fordert er gute Forschung, um die Machbarkeit und Wirksamkeit sich wandelnder Interventionen in lokalen Kontexten zu prüfen.

Das Stigma psychischer Erkrankung: Strategien gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, Erscheinungstermin: 10/2020, ISBN-13: 9783437235207, Preis: 30 Euro.

August-Blog

Bildschirmfoto 2021-08-03 um 21.25.05.png

Erinnerung: Psychiatrie im Film am 19. und 20. August 2021

BASTA – das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen und ariadne – Verein zur Hilfe für Alterskranke und seelisch Kranke e. V. zeigen in Zusammenarbeit mit dem Kino Neues Rottmann im Rahmen der Filmkunstwochen auch dieses Jahr wieder Filme zum Thema Psychiatrie. 

  •     Donnerstag, 19. August 2021, 18 Uhr: „Ein Teil von uns“

Thema: Obdachlosigkeit und psychisch Erkrankung

Diskussionsleitung: Dr. med. Stephan Mirisch, Leiter der Tagesklinik Süd für Psychiatrie und Psychotherapie, BRK Kreisverband München

  •     Freitag, 20. August 2021, 20 Uhr: „Preview: The Father“

            Thema: Demenz

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Hans Förstl, Psychiater, Philanthrop

Aufgrund der geltenden Abstandsregelung können nur etwa 30 Prozent der Sitzplätze genutzt werden. Wir bitten um Onlinekartenkauf (https://neuesrottmann.de/programm) oder telefonische Reservierung unter der Nummer 089/52 16 83. Informieren Sie sich bitte vor der Vorstellung über die Regeln im Kino unter https://neuesrottmann.de/aktionen-events. Gerne können sich Gäste zu Gruppen zusammentun. Momentan dürfen bis zu 10 Personen nebeneinandersitzen.

Wir freuen uns auf einen regen Besuch und eine interessante Diskussion.

 


Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen: Videoreihe „Bipolar hautnah“

Obwohl etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung an einer bipolaren Störung leiden, ist die Erkrankung nach wie vor eher unbekannt. Um dies zu ändern und um Stigmata gegenüber allen psychisch erkrankten Menschen abzubauen, hat die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) in den vergangenen Monaten zusammen mit der Filmemacherin und Regisseurin Andrea Rothenburg (www.psychiatriefilme.de) die Videoreihe „Bipolar hautnah“ realisiert. Dort kommen Betroffene, Angehörige und Profis gleichermaßen zu Wort.

Folgende Kurzfilme stehen zur Verfügung:

·      Prof. Andreas Reif (Profi): https://youtu.be/rkBOjZv4B7k. Reif gibt unter anderem Informationen zur Häufigkeit und zur Behandlung der Krankheit.

·      Erik Formosa (Betroffener/junge Zielgruppe): https://youtu.be/b-fcGpD2qYY. Spricht darüber, wie er mit der Krankheit umgeht. Zum Beispiel macht er Musik.

·      Jutta Berger und ihre Tochter (Betroffene/Angehörige/Familie): https://youtu.be/cC-gQwcCDI4. Berger geht offen mit der Erkrankung um und bezieht ihre heute elfjährige Tochter mit ein.

·      Andreas Schmidt (Betroffener/Partnerschaft): https://youtu.be/q6UCPRXZIgl. Sein Lebenspartner lässt ihm Freiraum, wenn er einen Schub hat.

·      Eleonore Weisgerber (Angehörige/Botschafterin): https://youtu.be/QqUdka9HB64. Hat eine Stiftung gegründet.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Daniela Schüngel, Projektkoordinatorin Antistigma DGBS, Tel.: 0177/183 68 63, E-Mail: d.schuengel@dbps.de, Website: www.dgbs.de.


Logo zum Autismusforschungsforum auf der Webseite www.psy.lmu.de

Logo zum Autismusforschungsforum auf der Webseite www.psy.lmu.de

 Heureka!: Neues zum Thema Autismus

Heureka! ist ein Forum für partizipative Autismusforschung. Menschen mit und ohne Autismus arbeiten hier zusammen, um die Forschung so zu gestalten, dass sie einen größtmöglichen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Autismus und deren Familien liefert.

  • Ergebnisbericht bayerische Autismus-Umfrage 2019

Die Ergebnisse der bayerischen Autismus-Umfrage sind online. Insgesamt 677 in Bayern lebende Autist*innen beziehungsweise deren Sorgeberechtigte berichteten über ihre Lebenssituation und ihre Bedürfnisse. Die Umfrage wurde gemeinsam mit Autist*innen, Sorgeberechtigten und Vertreter*innen von Berufsgruppen, die mit Autismus zu tun haben, erstellt.

  • Autismus und Schule – Ein Wegweiser für Lehrkräfte

In den Wintersemestern 2019/2020 und 2020/2021 haben Mitglieder des Heureka!-Forschungsforums zusammen mit Studierenden der Schulpsychologie an der LMU einen Wegweiser für Lehrkräfte von autistischen Schüler*innen erstellt. Er bündelt Erfahrungen und praktische Tipps von autistischen Schüler*innen, deren Eltern und Lehrer*innen.

Diese Informationen und weitere Details finden sich unter https://www.psy.lmu.de/epp/forschung/heureka/index.html.


spektrum_logo.gif

Spektrum.de: Gestörter Lernprozess verzerrt das Weltbild bei Schizophrenie

Menschen mit Schizophrenie nehmen die Welt oft verzerrt wahr. Ein Grund dafür könnte sein, dass ihr Gehirn neue Informationen nicht so oft wiederholt, wie das bei nicht Erkrankten der Fall ist. Darüber berichtete das Team um Matthew Nour vom University College London im Fachmagazin „Cell“. 55 Freiwillige, darunter 28 an Schizophrenie Erkrankte, nahmen an dem Experiment der Gruppe teil. Die Forscherinnen und Forscher testeten, inwiefern die Teilnehmer*innen in der Lage waren, aus einer Reihe durcheinander gezeigter Bilder auf deren richtige Reihenfolge zu schließen. Anschließend folgte eine fünfminütige Pause. Während des gesamten Versuchs zeichneten die Wissenschaftler*innen die elektrische Hirnaktivität mittels Magnetenzephalografie auf.

Verglichen mit gesunden Versuchspersonen hatten die an Schizophrenie Erkrankten vermehrt Schwierigkeiten, logische Schlüsse zu ziehen. Die Messungen zeigten zudem, dass in den Pausen in ihrem Gehirn weniger neuronale Wiederholungen der gerade gelernten Regeln stattfanden. Die Erkenntnisse der Studie helfen zu erklären, wie einige der typischen Symptome womöglich zustande kommen, sagt Nour. Ein besseres Verständnis könnte dazu beitragen, effektive Therapiemöglichkeiten zu entwickeln.

Bis zu einem Prozent aller Menschen erkranken im Lauf ihres Lebens an einer Schizophrenie. Das Krankheitsbild ist äußerst komplex und macht sich individuell sehr unterschiedlich bemerkbar. In psychotischen Phasen entwickeln Betroffene Halluzinationen, Wahn- und Wahrnehmungsstörungen. Auch ihr Denken, die Stimmung und das Bewegungsverhalten können beeinträchtigt sein.

Der gesamte Artikel findet sich unter https://www.spektrum.de/news/schizophrenie-gestoerter-lernprozess-im-gehirn-verzerrt-weltbild/1893019?utm_source=pocket_mylist&utm_source=pocket-newtab-global-de-DE.


Cover der neuen Doppel-CD von Anett Louisan “kleine große liebe” auf dem das Lied “Borderline” erschien

Cover der neuen Doppel-CD von Anett Louisan “kleine große liebe” auf dem das Lied “Borderline” erschien

Spektrum.DE: Krisenbewältigung – Musik hilft

Musik hilft Menschen, besser durch Krisen wie die Corona-Pandemie zu kommen. Das belegt eine Studie des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main mit Menschen aus sechs Ländern auf drei Kontinenten. Schon die alten griechischen Philosophen wussten um die heilende Wirkung von Musik und Gesang. Musik hilft bei der Bewältigung von Depressionen, Angst und Stress und schafft Ersatz für soziale Interaktionen. Das Musizieren kann auch Mittel zur Selbstreflexion sein. „Bemerkenswert ist, dass nicht die Musik selbst als Bewältigungshilfe dient, sondern das musikbezogene Verhalten, also die Art und Weise, wie die Menschen ihren Umgang mit Musik in der Krise verändert haben“, so Melanie Wald-Fuhrmann, Direktorin an dem Max-Planck-Institut.

Der ganze Artikel ist zu finden unter https://www.spektrum.de/news/stress-musik-hilft-durch-krisenzeiten/1898575?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE.

Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung empfehlen wir, das neue Lied „Borderline“ von Annett Louisan anzuhören. Kommentar eines BASTA-Mitarbeiters: „Eine zärtlichere und schönere Darstellung dieser Diagnose in Tönen gab es wohl nur selten in der Geschichte des Chansons – es ist auch gleichzeitig ein künstlerischer, frischer neuer Zugang zu der speziellen Person, der eine Perspektivenwechsel ermöglicht.“

Hier geht es zum Song: https://www.youtube.com/watch?v=f5XzyuQrfa8

 



Juli-Blog

Die Filmkunstwochen mt der Reihe “Psychiatrie im Film” im Kino Neues Rottmann mit den Filmen “ein teil von uns” und “The Father”

Die Filmkunstwochen mt der Reihe “Psychiatrie im Film” im Kino Neues Rottmann mit den Filmen “ein teil von uns” und “The Father”

Psychiatrie im Film: „Ein Teil von uns“ (19. August 2021) und „The Father“ (20. August 2021)

BASTA – das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen und ariadne – Verein zur Hilfe für Alterskranke und seelisch Kranke e. V. zeigen in Zusammenarbeit mit dem Kino Neues Rottmann (Rottmannstr. 15, 80333 München, Tel.: 089/52 16 83) im Rahmen der Filmkunstwochen auch dieses Jahr wieder Filme zum Thema Psychiatrie. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussion mit Betroffenen, Angehörigen und Psychiatrieprofis statt.

·      Donnerstag, 19. August 2021, 18 Uhr: „Ein Teil von uns“

Thema: Obdachlosigkeit und psychische Erkrankung

Nadja (Brigitte Hobmeier) hat ihr Leben endlich geordnet, eine erfüllende Arbeit, eine eigene Wohnung und eine neue Liebe gefunden. Plötzlich taucht ihre Mutter Irene (Jutta Hoffmann) auf, und mit ihr kehrt die Vergangenheit zurück. Denn Irene lebt auf der Straße.

Der Film nimmt uns mit zu den Menschen, von denen wir uns meist abwenden. Jutta Hoffmann gibt den Obdachlosen und psychisch erkrankten Menschen ein markantes Gesicht.

Der Film, bei dem Nicole Weegmann Regie führte, erhielt 2016 beim FernsehfilmFestival Baden-Baden den 3sat-Zuschauerpreis sowie Sonderpreise für beide Hauptdarstellerinnen und das Drehbuch von Esther Bernstorff.

·      Freitag, 20. August 2021, 20 Uhr: „Preview: The Father“

Thema: Demenz

In dem Film steht die Beziehung eines alten Vaters zu seiner Tochter im Mittelpunkt. Während Anthony aufgrund seiner Krankheit immer vergesslicher und hilfsbedürftiger wird, pocht er auf seine Unabhängigkeit und stößt seine Tochter Anne von sich. Als die attraktive neue Betreuerin Laura ihren Dienst antritt, überhäuft Anthony sie mit Komplimenten. Doch Anne warnt Laura, dass ihr Vater nicht immer so charmant sei. Laura erinnert Anthony an Annes Schwester Lucy, die als Künstlerin arbeitet.

Das Familiendrama unter der Regie von Florian Zeller feierte im Januar 2020 beim Sundance Film Festival seine Premiere. Anthony Hopkins spielt die Rolle des Vaters, Olivia Colman die seiner Tochter. Bei der Oscar-Verleihung 2021 ging der Film mit sechs Nominierungen ins Rennen, unter anderem für den besten Film, für das beste adaptierte Drehbuch, für Hopkins als bestem Hauptdarsteller und für Colman als bester Nebendarstellerin. Schlussendlich ergatterte der Film zwei Trophäen: Einen Oscar bekam Hopkins, den zweiten erhielten Christopher Hampton und Florian Zeller für das beste adaptierte Drehbuch.  


Die Herausgebergruppe des "Psycho-Tisches": Dr. Josef Bäuml,  Véronique Dehimi, Dr. Heinrich Berger, Dr. Karolina De Valerio, Peter Bechmann,  Foto: Alexandra Pohndorf

Die Herausgebergruppe des "Psycho-Tisches": Dr. Josef Bäuml, Véronique Dehimi, Dr. Heinrich Berger, Dr. Karolina De Valerio, Peter Bechmann, Foto: Alexandra Pohndorf

Online-Feier des Münchner Psychose-Seminars am 28. Juli um 18:30 Uhr mit Lesung aus dem Buch “Psycho-Tisch”

Anlässlich des 55. Psychose-Seminars, das im Sommersemester 2021 corona-bedingt als Online-Seminar stattfinden musste, lädt das Münchenr Psychose-Seminar zu einer Feier und Lesung per Zoom-Konferenz ein. Gelesen wird aus dem Buch “Psycho-Tisch - Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar”, das im letzten Jahr erschienen ist und das wir im BASTA-Newsblog vom Februar 2021 vorgestellt haben.

Wegen einer Teilnehmerzahlbeschränkung kann nur an die ersten 100 Angemeldeten den Einwahl-LINK versendet werden. Die Anmeldeadresse lautet anmeldung-mps@gmx.de  
Einladungsflyer zur Feier (2.MB) 


SZ-Journalist Ronen Steinke (2017), (Wikimedia Lizens CC BY-SA 4.0)

SZ-Journalist Ronen Steinke (2017), (Wikimedia Lizens CC BY-SA 4.0)

Messerattacke von Würzburg: Wegweisender SZ-Kommentar

Der SZ-Journalist Ronen Steinke hat in der Woche nach der Amoktat des Würzburger Messerstechers, bei der drei Menschen getötet wurden, unter dem Titel „Die Stigmatisierung von psychisch Kranken ist gefährlich“ einen klugen Meinungsartikel veröffentlicht.

Bereits im Vorspann seines Textes stellt er klar: „Die allermeisten psychisch erkrankten Menschen sind keine Gefahr für andere. Fast alle psychisch erkrankten Menschen leiden still, leise in sich gekehrt, Hilfe benötigend, manche fallen durch ihr Verhalten auf, viele andere aber auch überhaupt nicht.“

Des Weiteren unterstützt Steinke die Haltung der Sicherheitsbehörden, die sich gegen die vorschnelle Einordnung des Täters als islamistischen Terroristen wehrten und „[…] dabei ihr Augenmerk auch auf die psychische Vorgeschichte des Täters richteten“. Diese ordnet er dann für den Leser ein: „So wenig die Tat eines Einzelnen eine Verallgemeinerung für alle Muslime erlaubt, so wenig erlaubt sie auch eine Verallgemeinerung für alle psychisch Kranken.“

Nachfolgend nutzt er seinen Kommentar, um wichtige Fakten zur Häufigkeit psychischer Erkrankungen an seine Leser weiterzugeben und auf die psychisch belastenden Umstände in den Flüchtlingsunterkünften hinzuweisen. Dabei räumt Steinke ein: „Psychotische Erkrankungen sind diejenigen Erkrankungen, die am ehesten damit einhergehen, dass ein Mensch für andere Menschen gefährlich wird.“ Doch am Ende zieht er die aus unserer Sicht einzig richtigen Schlüsse: „Nach Taten wie in Würzburg liegt oft der Gedanke nahe: Der Mensch hätte mit einer vernünftigen Behandlung von der Tat abgehalten werden können. Das stimmt oft. Umso wichtiger ist es, der Stigmatisierung von psychisch Kranken entgegenzuwirken. Je höher die Gefahr ist, dass ein Hilfesuchender gleich als verrückt oder gefährlich abgestempelt wird, desto höher sind die Hürden, die verhindern, dass Menschen rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen.“

Diesen Sätzen kann sich BASTA nur anschließen und dem Autor für seine klugen und klaren Worte danken.

Der komplette Kommentar ist – leider kostenpflichtig – auf SZ-Plus zu lesen:
https://www.sueddeutsche.de/meinung/wuerzburg-attentat-psychisch-kranke-stigma-1.5335112?reduced=true.


Bildschirmfoto 2020-01-20 um 19.57.10.png

Süddeutsche Zeitung: Schluss mit den Anrufen

Kontrollanrufe bei Kranken zu Hause? Dies sollten die gesetzlichen Krankenversicherungen sein lassen, wie die Süddeutsche Zeitung fordert. Noch in den 1960er-Jahren gab es sogenannte Krankenkontrolleure. „Versicherungen“, so schreibt die SZ, „entsandten diese Leute, um Kranken ungefragt einen Besuch abzustatten.“ Heute würden solche Hausbesuche nicht mehr durchgeführt, allerdings hätten Krankenkassen neue Wege gefunden, indem sie unangemeldet anriefen. Besonders stark würden darunter Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden, also diejenigen, die ohnehin großen Druck verspürten, ihrem Alltag nicht gewachsen zu sein.

Die Patient*innen müssten mehr über ihre Rechte informiert werden. Wenn die Fragebögen der Kassen vereinheitlicht würden, könnte das für mehr Transparenz sorgen. Aufsichtsbehörden wie das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) sollten die Kassen zudem öfter und gründlicher kontrollieren. Hilfreich wären auch härtere Sanktionen. Der gesamte Artikel ist zu finden unter https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/krankengeld-krankenkassen-versicherungen-1.5339163.


Grafik auf der Website von www.startnext.com zum Crowdfunding des zweiten Teiles von “Ab nach Hause”

Grafik auf der Website von www.startnext.com zum Crowdfunding des zweiten Teiles von “Ab nach Hause”

Abschlussfilm „Ab nach Hause“: Finanzielle Unterstützung willkommen

Sturkopf, Idealistin und schizophren: Das ist Gwenda. Mit ihren besten Freunden Theo und Lotta fährt sie vom Festival nach Hause. Es herrscht eine Stimmung irgendwo zwischen Müdigkeit, Matsche und Albernheit. Als Friedemann, Gwendas Affäre von gestern, den dreien das Auto mit all ihren Sachen klaut, beginnt für sie ein unfreiwilliger Roadtrip ohne Auto quer durch Deutschland.

Auf ihrer Reise wird Gwenda mit Deutschlands Obrigkeiten (Polizei, Kirche, Security), anderen Meinungen und Armut konfrontiert. Jede Begegnung führt zu hitzigen Diskussionen, die zu Spannungen zwischen ihr, Theo und Lotta führen. All der Stress triggert nach und nach eine erneute Psychose. Die Freundschaft zu den beiden wird nun wichtiger denn je, aber das gegenseitige Vertrauen leidet. Wenn zu Hause schon so fern scheint – kann Gwenda jemals irgendwo ankommen?

„Ab nach Hause“ ist ein 90-minütiges Spielfilmdrama und Abschlussfilm einer Gruppe Studierender der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Das Projekt hat zum Ziel, das Stigma psychisch Kranker zu verringern.

Finanzielle Unterstützung ist willkommen. Auf Startnext läuft die Crowdfunding-Kampagne „Ab nach Hause – die zweite Hälfte“ (https://www.startnext.com/ab-nach-hause-jetzt-erst-recht).


Fotoaktion “Zeigen Sie Gesicht!” auf der Webseite www.angehoerige-im-mittelpunkt.de

Fotoaktion “Zeigen Sie Gesicht!” auf der Webseite www.angehoerige-im-mittelpunkt.de

Zum Welttag der seelischen Gesundheit 2021: Bundesweite Fotoaktion

Die Angehörigen sollen sichtbar werden: In einer gemeinsamen Aktion organisieren der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen und die Landesverbände Bayern, Berlin, Hessen und Sachsen in ganz Deutschland eine Fotoaktion, die Familien, Partner*innen, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn sowie Kolleg*innen von psychisch Erkrankten in den Fokus rückt. Wie Sie mitmachen können, erfahren Sie unter https://www.angehoerige-im-mittelpunkt.de/fotoaktion-zeigen-sie-gesicht/.

Juni-Blog

Logo der Achten Münchner Woche für Seelische Gesundheit

Logo der Achten Münchner Woche für Seelische Gesundheit

Anmeldungen zur 8. Münchner Woche der Seelischen Gesundheit

Veranstaltungen zur 8. Münchner Woche der Seelischen Gesundheit können seit dem 12. Mai 2021 angemeldet werden. Die Woche findet vom 7. bis 15. Oktober 2021 zum Thema „Alles Krise, oder was?“ statt. Welche Fragen beleuchtet werden, ist unter https://www.woche-seelische-gesundheit.de/ nachzulesen.

Die Messe für Seelische Gesundheit wird als digitale Veranstaltung ausgerichtet. Jeder Aussteller kann auf der Website der Woche eine eigene Unterseite haben.


Logo der Soteria

Logo der Soteria

Soteria-Tagesklinik im IAK München-Ost

Am kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost gibt es seit dem 1. März 2021 eine Soteria-Tagesklinik. Das Angebot richtet sich an Menschen mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis, die nicht in einer akuten psychotischen Krise stecken und so die tägliche Anfahrt bewältigen können. Die Soteria-Tagesklinik verfügt über acht teilstationäre Behandlungsplätze und kann als Übergang aus dem stationären Bereich den Weg nach Hause und in eine ambulante Behandlungsform erleichtern, aber auch zur Krisenintervention genutzt werden. Vorhanden ist zudem eine vollstationäre Soteria-Einheit mit elf Betten.

Mehr zu den Behandlungsansätzen findet sich unter https://kbo-iak.de/fileadmin/Flyer_Broschueren/Soteria/Soteria_TK_-_Haus_01.pdf


Logo des Wissenschaftsverlage Thieme

Logo der Thieme-Gruppe

Psychische Gesundheit von Kindern und Eltern durch Pandemie gefährdet

Die Corona-Pandemie ist eine große Belastung für Familien. Eltern im Homeoffice stoßen aufgrund geschlossener Schulen und Kitas an ihre Grenzen. Zugleich sind die Entwicklungs- und Bildungschancen der Kinder stark eingeschränkt – vor allem in sozial schwächeren Familien. Ob die Fälle von Kindeswohlgefährdung in der Pandemie zugenommen haben, ist schwer zu sagen. Sicher gestiegen ist jedoch die psychische Belastung von Heranwachsenden.

Diesen Themen widmet sich die aktuelle Ausgabe der Thieme-Fachzeitschrift Nervenheilkunde (https://m.thieme.de/de/nervenheilkunde/aktuelle-ausgabe-130098.htm) unter dem Titel „Corona: Ein Marschallplan für Kinder, Jugend und Familie“. Die Gastherausgeber fordern mehr Unterstützung für Familien mit besonders hoher Belastung. Diese Meldung gibt es auch unter https://www.thieme.de/de/presse/corona-belastet-familien-164216.htm.


Schriftzug der Webseite Sag-ichs.de

Schriftzug der Webseite Sag-ichs.de

Sag ich´s? Chronisch krank im Job – ein Selbsttest

Neuer Job, neue Kolleg*innen – gleiche Krankheit. Was soll ich tun, wenn mir jetzt direkt ein Schub das Leben schwer macht? Sag ich´s oder sag ich´s nicht? Zu diesem Thema gibt es im Internet einen Selbsttest unter https://sag-ichs.de/start. Die Fragen unterteilen sich in drei Blöcke: Persönliche Voraussetzungen, Einstellungen und Werte sowie Erfahrungen und Lebenssituationen. Bei den persönlichen Voraussetzungen werden unter anderem Fragen gestellt, welches Verhalten die Vorgesetzten und die Kolleg*innen zeigen, ob ein Schwerbehindertenausweis vorliegt und ob das Arbeitsverhältnis befristet ist oder noch Probezeit besteht. Eigene Einstellungen und Werte werden mithilfe eines Vergleichs mit fiktiven Personen erfragt, denen gewisse Eigenschaften zugeschrieben werden.

Am Schluss finden sich Links zu weiterführenden Informationen. Dabei geht es nicht nur um Beratung und Unterstützung, sondern auch um das Führen schwieriger Gespräche, die eigenen Rechte und die Themen Schwerbehinderung sowie Kündigung.

Der Selbsttest richtet sich sowohl an Menschen mit einer psychischen Erkrankung als auch an alle, die eine Behinderung haben.


Logo des Psychiatrieverlages

Logo des Psychiatrieverlages

Recht und Psychiatrie

In einem Rechtsstaat gibt es wohl kaum etwas Wichtigeres als das Recht. Allerdings sind Recht haben und Recht bekommen oftmals zwei Paar Schuhe. Und um Recht zu bekommen, um seine Rechte durchsetzen zu können, muss man sie kennen. Hilfestellung leistet hierzu die Zeitschrift Recht und Psychiatrie, die vierteljährlich im Psychiatrie Verlag erscheint. Sie bietet Medizinern, Juristen und Politikern ein Diskussions- und Informationsforum. Themen sind unter anderem Betreuungsrecht, Zwangsunterbringung und Zwangsmedikation, Maßregelvollzug, Sozialrecht, Gutachtenpraxis sowie Rechte von Heimbewohnern. Im Serviceteil finden sich eine ausführliche Rechtsprechungsübersicht, die einen problemorientierten Überblick über aktuelle Entscheidungen gibt, sowie Buchbesprechungen und Veranstaltungshinweise.

Recht und Psychiatrie erscheint auf Papier und im Netz. Der Onlinezugang beinhaltet den Zugriff auf alle Artikel des aktuellen Hefts und schließt zudem die Nutzung des vollständigen Archivs der Zeitschrift ein. Um bei der Preisgestaltung fair zu bleiben und die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten und Bedarfe abzudecken, sind für Privatkunden, Institutionen, soziale Dienste und Firmen verschiedene Preise festgesetzt. In der Mitte eines Quartals erscheint die Printausgabe, die online zirka drei Wochen vorher abgerufen werden kann. Weitere Informationen sind unter https://psychiatrie-verlag.de/series/recht-psychiatrie/ erhältlich.


Logo der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer BPtK

Logo der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer BPtK

Erste Hilfe für Menschen in schweren psychischen Notsituationen auf Grundlage von BASTA-Empfehlungen

Psychische Hochs und Tiefs kennt fast jede*r. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) gibt im Falle einer Notsituation unter anderem folgende Empfehlungen:

  • Professionelle Hilfe holen - bei Selbst- oder Fremdgefährdung Rettungsdienst oder Polizei, am besten aber den Krisendienst rufen.

  • Vorsichtig ein Gespräch anbieten, abwarten und beruhigen. Möglicherweise erlebt die betroffene Person eine Annäherung als bedrohlich.

  • Nähern Sie sich nicht, ohne zu fragen, ob das der Person recht ist.

  • Drängen Sie nicht. Lassen Sie Ihrem Gegenüber Zeit, sich zu beruhigen und zu antworten.

  • Erkundigen Sie sich, ob Sie Angehörige, Freund*innen oder eine behandelnde Ärztin beziehungsweise einen behandelnden Arzt oder eine Psychotherapeutin beziehungsweise einen Psychotherapeuten anrufen können.

Weitere Hinweise finden Interessierte unter https://www.bptk.de/es-ist-wichtig-zu-beruhigen-und-hilfe-anzubieten.

BASTA hat für Polizeibeamte Empfehlungen für akute Situationen zusammengestellt. Diese waren auch Grundlage des Artikels der BPtK.


Gestaltetes Formular für den Aufruf zum “Europäischen Jahr für psychische Gesundheit” auf der Webseite www.gamian.eu/endorsement-statement-eymh

Gestaltetes Formular für den Aufruf zum “Europäischen Jahr für psychische Gesundheit” auf der Webseite www.gamian.eu/endorsement-statement-eymh

Europäisches Jahr für psychische Gesundheit

GAMIAN-Europe (Global Alliance of Psychiatric Advocacy Networks-Europe) setzt sich aktuell in Kooperation mit der Allianz für psychische Gesundheit der Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEP) für ein „Europäisches Jahr für psychische Gesundheit“ ein. Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit unterstützt und teilt diesen Aufruf.

Die COVID-19-Pandemie mit ihren zahlreichen Auswirkungen auf Gesundheit und Gesundheitssysteme, auf das persönliche und familiäre Wohlergehen sowie auf Arbeitsplätze, Lebensgrundlagen und die Wirtschaft hat die Bedeutung der psychischen Gesundheit in den Fokus gerückt. Das geplante europäische Jahr für psychische Gesundheit, an dem politische Entscheidungsträger, Dienstleister, Betroffene und die breite Öffentlichkeit beteiligt sein sollen, könnte EU-weit einen großen Beitrag leisten, um das Bewusstsein für die Bedeutung sämtlicher Aspekte der psychischen Gesundheit zu schärfen. Es geht dabei sowohl um Prävention, Diagnose, Behandlung, Pflege und Heilung als auch um die psychosozialen und materiellen Grundvoraussetzungen psychischer Gesundheit. All diese Aspekte sind schon vor der COVID-19-Krise wichtig gewesen. Jetzt aber sind sie es umso mehr und werden nach der Pandemie für große Herausforderungen sorgen.

GAMIAN-Europe ist eine von Patient*innen initiierte paneuropäische Organisation. Sie vertritt die Interessen von Menschen, die von psychischen Erkrankungen betroffen sind, und setzt sich für deren Rechte ein. Hauptziele sind das Vertreten von Interessen, Information und Bildung, Entwicklung von Partnerschaften und Ausbau von Ressourcen.

Der Aufruf kann direkt hier unterzeichnet werden: https://www.gamian.eu/endorsement-statement-eymh. Mehr Infos finden sich unter www.gamian.eu/europeanyearformentalhealth. Gerne können Sie das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit unter thimm@seelischegesundheit.net bei Rückfragen kontaktieren. 

 

Mai-Blog

Headerlogo auf der Website www.dgppn.de

Headerlogo auf der Website www.dgppn.de

Ausschreibung: DGPPN-Antistigma-Preis 2021

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit verleihen in Verbindung mit der Stiftung für seelische Gesundheit den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten DGPPN-Antistigma-Preis. Dabei handelt es sich um einen Förderpreis für mehr Akzeptanz, was psychische Erkrankungen angeht. Die Verleihung soll auf dem DGPPN-Kongress stattfinden, der für den 24. bis 27. November 2021 geplant ist. Bewerbungen sind noch bis zum 6. Juni 2021 möglich. Welche Dokumente dafür nötig sind, finden Sie unter https://www.dgppn.de/die-dgppn/ehrungen-und-preise/gesellschaft.html

Die Bewerbungen können ausschließlich elektronisch in einer PDF-Datei an Prof. Dr. med. Arno Deister, Vorsitzender des Preiskomitees und Vorstand der DGPPN, gerichtet werden. Die E-Mail lautet: preise@dgppn.de.


Headerlogo auf der Webseite www.aerzteblatt.de

Headerlogo auf der Webseite www.aerzteblatt.de

 Ärzteblatt: Biochips und Psychotherapeuten

Die folgenden Meldungen sind dem Ärzteblatt entnommen (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/psychische%20erkrankungen):

Biochips könnten gezielte Behandlung psychischer Erkrankungen ermöglichen

Mit einer neuen Biochip-Technologie wollen Wissenschaftler*innen des Rudolf-Virchow-Zentrums – Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg (RVZ) Rezeptoren im Gehirn modulieren und so möglicherweise psychische Erkrankungen gezielt bekämpfen. Die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit rund 1,7 Millionen Euro.
Hier der Link zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/psychische%20erkrankungen?s=Biochip+Technologie&p=1&n=1&nid=122889

Psychotherapeuten rufen Politiker zu Corona-Hilfen auf

Deutschlands Psychotherapeut*innen fordern von der Politik einen stärkeren Schutz der Menschen vor psychischen Belastungen durch die Corona-Pandemie. „Neben Ängsten und Depressionen nehmen auch Anspannung und Aggression zu, oft zeigen sie sich, oft werden sie verdrängt“, sagte der Präsident der Psychotherapeutenkammer Dietrich Munz. So müsse etwa Kindern und Jugendlichen, die mit Homeschooling schlecht zurechtkämen, gezielt geholfen werden. Eine Idee wäre, dass Länder und Kommunen den Einsatz von Studierenden auch noch vor dem Abschluss möglich machen.

Hier der Link zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/psychische%20erkrankungen?s=Dietrich+Munz&p=1&n=1&nid=122790


Titelseite des Mitgliedermagazins “unbeirrbar”

Titelseite des Mitgliedermagazins “unbeirrbar”

unbeirrbar: Neues zum Thema elektronische Patientenakte und Schizophrenie

Das Magazin “unbeirrbar” des Bayerischen Landesverbands der Angehörigen psychisch Kranker hat ein neues Erscheinungsbild (https://www.lapk-bayern.de/wp-content/uploads/2021/03/unbeirrbar-maerz-2021.pdf). Die äußere Aufmachung ist sehr ansprechend, inhaltlich ist das Magazin – wie immer – sehr informativ. Folgende Themen finden wir besonders erwähnenswert: 

Elektronische Patientenakte (ePA) und elektronische Rezepte

Am 1. Januar 2021 startete eine freiwillige Testphase des Projekts Elektronische Patientenakte (ePA). Es gab und gibt datenschutzrechtliche Bedenken gegen das Modell. Die Bundesregierung hat Nachbesserung versprochen: Ab 1. Januar 2022 soll ein differenziertes Berechtigungsmanagement durch die Versicherten möglich sein. Ein Vorteil wäre, dass Mehrfachuntersuchungen vermieden und Wechselwirkungen bei verschiedenen Medikamenten berücksichtigt werden könnten.

Ab Mitte 2021 können Ärzt*innen ihren Patient*innen zudem Rezepte digital zur Verfügung stellen.

Schizophrenie und Vitamin-D-Mangel: Gibt es einen Zusammenhang?

Vitamin D regelt die Aufnahme von Kalzium im Darm und fördert den Einbau von Kalzium und Phosphat in den Knochen. Inzwischen weiß man, dass zu wenig Vitamin D auch Einfluss auf psychische Erkrankungen haben und sie sogar auslösen kann. 2014 fand eine Forschergruppe der iranischen Isfahan Universität heraus, dass Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel doppelt so häufig mit Schizophrenie diagnostiziert werden wie Personen mit einem ausreichenden Niveau an Vitamin D. Weiterhin entdeckte der Wissenschaftler John McGrath von der Universität Queensland in Australien zusammen mit Kollegen der Aarhus Universität in Dänemark, dass Neugeborene mit einem Vitamin-D-Mangel ein um 44 Prozent höheres Risiko für eine Schizophreniediagnose im Erwachsenenalter hatten im Vergleich zu Erwachsenen, die normale Vitamin D-Spiegel aufzeigten. Neben Vitamin D gibt es noch weitere Mikronährstoffe, die die Symptome einer Schizophrenie lindern können. Dazu finden sich weitere Informationen unter https://www.vitamindoctor.com/gesund-werden/psyche/schizophrenie.


Logo der Ludwig-Maximliansuniverstät und Logo der Picture-Studie auf der Webseite www.klinikum.uni-muenchen.de

Logo der Ludwig-Maximliansuniverstät und Logo der Picture-Studie auf der Webseite www.klinikum.uni-muenchen.de

 

PICTURE-Studie: Hausärztliche Begleitung nach intensivstationärem Aufenthalt

Jeder dritte bis fünfte Patient, der auf einer Intensivstation behandelt werden musste, leidet noch nach mehreren Monaten an den seelischen Belastungen aus jener Zeit. Ständig wiederkehrende Erinnerungen, Schlafstörungen, Verlust von Freude, das Auftreten neuer Ängste oder eine stärkere Reiz- und Erschreckbarkeit sind einige der Symptome einer posttraumatischen Belastung. Hier setzt die PICTURE-Studie an, die am LMU Klinikum München (Institut für Allgemeinmedizin) und an der Charité Berlin durchgeführt wird.

Bei ihrem Hausarzt/ihrer Hausärztin sollen Patient*innen eine verbesserte psychologische und psychosomatische Versorgung erhalten. Dabei kommt auch eine traumafokussierte Erzähltherapie (Narrative Expositionstherapie, kurz NET) zum Einsatz, die speziell für die Hausarztpraxis entwickelt wurde  und deren Wirksamkeit in der Studie untersucht werden soll. Dieses Behandlungsangebot stellt keine vollwertige Traumatherapie dar, sondern versteht sich vielmehr als eine niedrigschwellige, psychosomatische Versorgung, die einen Einstieg in die verbesserte Traumaverarbeitung bietet. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Institut-fuer-Allgemeinmedizin/de/FORSCHUNG/PICTURE-Studie/index.html oder via Telefon 089/4400-54072


Grafik für den Deressionskurs auf der Webseite www.selfapy.com

Grafik für den Deressionskurs auf der Webseite www.selfapy.com

Selfapy: Online-Therapie bei Depressionen auf Rezept

Die digitale Gesundheitsanwendung Selfapy will Betroffenen psychischer Belastungen den schnellen und flexiblen Zugang zu fachgerechter Unterstützung ermöglichen. Der Online-Kurs bei Depressionen richtet sich an Menschen mit einer leichten bis mittelschweren Depression und beinhaltet 12 individuell angepasste Lektionen. Bei Fragen zum Kurs und zur Wahrung der Patient*innensicherheit steht ein/e persönliche/r  Psychologe/in zum Austausch zur Verfügung. Als CE-zertifiziertes Medizinprodukt kann Selfapy von Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen kostenfrei auf Rezept verordnet werden. Die Kurskosten werden von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Und so gehen Sie vor:

  • Zuerst lassen Sie sich ein Rezept von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder einem Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin ausstellen. Zu finden ist Selfapy unter der Pharmazentralnummer 169 547 30 im Praxisverwaltungssystem. Diagnostiziert werden muss eine Depression (F32, F33). Mehr Informationen unter selfapy.com/rezept.

  • Reichen Sie das Rezept bei der Krankenkasse ein. Das geht via Krankenkassen-App, Servicecenter, Post oder Telefon, und zwar entweder als Original, als Foto oder als Scan. Nach wenigen Tagen erhalten Sie einen individuellen Freischaltcode von Ihrer Krankenkasse.

  • Melden Sie sich unter selfapy.com mit dem Freischaltcode, den Sie von der Krankenkasse bekommen haben, an und schon können Sie Ihren Depressions-Kurs starten.

Voraussichtlich im Frühjahr 2021 werden auch Kurse bei Generalisierter Angststörung und bei Panikstörung auf Rezept verfügbar sein. Weitere Kurse zu Essstörungen sollen folgen. Bei Fragen vereinbaren Sie ein kostenfreies Infogespräch unter selfapy.com/de/infogespraech.

 

 

April-Blog

Grafik und Text auf der Seite “bewegungen.online-redakteure.com” zum Thema “Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen

Grafik und Text auf der Seite “bewegungen.online-redakteure.com” zum Thema “Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen

BASTA-Schul- und Polizeiprojekt: Vorstellung in Kölner Webprojekt zur Entstigmatisierung

BASTA kommt im Rahmen eines Webprojekts zum Thema Bewegung(en) umfassend zur Sprache. Die Onlineredakteurinnen Salomé Razaq und Mara Knewel, die am Institut für Informationswissenschaft der Technischen Hochschule Köln studieren, stellen in ihren Beitrag zur „Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen“ auch das Schul- und Polizeiprojekt von BASTA vor. Außerdem führen sie ein Onlineinterview mit BASTA-Mitglied Peter Bechmann zu Themen wie der Stigmatisierung psychisch Kranker in den Medien.

Bildschirmfoto 2021-04-12 um 20.16.43.png

Bildschirmfoto 2021-04-12 um 20.20.06.png

Große Ziele: Durch Präzision und Prävention die psychische Gesundheit verbessern

Der Münchner Forschungsverbund PriMe (Precision in Mental Health) wird Teil des neuen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG). Das hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am 10. März 2021 angekündigt. PriMe besteht aus einer interdisziplinären Gruppe von Forscher*innen des Klinikums rechts der Isar der TU München, des LMU-Klinikums, der Universität Augsburg, des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München sowie des Helmholtz-Zentrums München. Diese Gruppe will künftig im Rahmen der DZPG an einer früheren, personalisierten und präventiven Behandlung von psychischen Erkrankungen arbeiten in Deutschland als auch weltweit.

Die Herausforderungen sind groß. Psychische Krankheiten gehören aufgrund ihres häufigen Auftretens, ihres frühen Beginns und ihrer nach wie vor ungünstigen Verläufe zu den Volkskrankheiten mit wachsender Krankheitslast. So treten beispielsweise 75 Prozent der psychischen Erkrankungen bis zum 25. Lebensjahr auf.

„Wir wollen in München Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und bipolare Störungen in den Vordergrund stellen“, erklärt Prof. Josef Priller, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums rechts der Isar und stellvertretender Sprecher des DZPG-Verbunds. Dabei soll der Fokus auf der Früherkennung psychischer Störungen und der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen liegen.

Startschuss des DZPG ist laut Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) im Januar 2022. Weitere Informationen gibt es unter https://www.mri.tum.de/news/durch-praezision-und-praevention-die-psychische-gesundheit-verbessern.


Logo der Universitiy of Pittsburgh  auf der Webseite “www.psychiatry.pitt.edu”, an der Studie entstanden ist.

Logo der Universitiy of Pittsburgh auf der Webseite “www.psychiatry.pitt.edu”, an der Studie entstanden ist.

Rätsel gelöst: Stoffwechselstörungen bei psychiatrischen Patient*innen

Warum nehmen Patient*innen, die mit antipsychotischen Medikamenten gegen ihre Schizophrenie oder bipolare Störung behandelt werden, schnell an Gewicht zu und entwickeln Prediabetes oder eine Hyperinsulinämie, also eine über das normale Maß hinausgehende Konzentration des Hormons Insulin im Blut? Diese Frage war jahrzehntelang ein Rätsel. Jetzt aber ist es Forscher*innen von der University of Pittsburgh gelungen, die Ursache für die Stoffwechselstörungen bei psychiatrischen Patient*innen zu finden. Sie veröffentlichten dazu einen Artikel in der Zeitschrift Translational Psychiatry.

Des Rätsels Lösung ist das Dopamin. Antipsychotische Medikamente blockieren nicht nur Dopamin-Rezeptoren im Gehirn, sie hemmen auch die Weiterleitung von Signalen durch Dopamin in der Bauchspeicheldrüse. Dies führt zur unkontrollierten Produktion von Blut-Glucose-regulierenden Hormonen und erhöht die Gefahr, fettleibig zu werden oder Diabetes zu bekommen. Die Quelle und weitere Informationen finden sich unter https://neurosciencenews.com/dopamine-metabolism-mental-health-17782 und auf der Homepage der University of Pittsburgh unter https://www.psychiatry.pitt.edu/effects-dopamine-and-antipsychotic-drugs-bodys-ability-respond-insulin


Screenshot der Videoeinbindung auf der Seite “Barrierefei studieren” der TU München “www.tum.de”

Screenshot der Videoeinbindung auf der Seite “Barrierefei studieren” der TU München “www.tum.de”

TU München: Barrierefrei studieren

Die Technische Universität München möchte behinderten und chronisch kranken Studierenden eine gleichberechtigte und selbstständige Teilnahme am Studium und am studentischen Leben ermöglichen. Psychische Erkrankungen zählen zu den Handicaps ebenso wie chronische körperliche Erkrankungen, Teilleistungsstörungen oder Seh-, Hör- und Bewegungsbeeinträchtigungen.

Die Servicestelle für behinderte und chronisch kranke Studierende und Studieninteressierte unterstützt und berät in allen Belangen. Dazu gehören Prüfungsangelegenheiten, Nachteilsausgleich, Beantragung von technischen Lernhilfen und vieles mehr.

Zu finden ist das TUM Center for Study and Teaching – Servicestelle für behinderte und chronisch kranke Studierende und Studieninteressierte in der Arcisstraße 21 in 80333 München.

Verantwortlich sind Alain M. G. Kathola und Verena Weltz-Huber, die telefonisch unter 089/289 22245 oder per E-Mail unter Handicap@zv.tum.de zu erreichen sind.

Weitere Informationen sind unter https://www.tum.de/studium/hilfe-und-beratung/gesundheit/barrierefrei-studieren erhältlich. Es wird zum Beispiel die Broschüre „Studium und Behinderung“vorgestellt (http://www.studentenwerke.de/de/handbuch-studium-behinderung), in der unter anderem Tipps zu den Themen Studienfinanzierung und Berufseinstieg gegeben werden.


Bildschirmfoto 2021-04-13 um 22.32.10.png

Online-Vorträge zu psychischen Erkrankungen im Max-Plank-Gesundheitsforum

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München bietet über sein Gesundheitsforum interessante einstündige online-Vorträge an, um über jene Forschungsergebnisse zu berichten. Die Vorträge richten sich insbesondere auch an Betroffene, Angehörige und interessierte Laien.

 Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Details zum Programm stehen auf der Seite https://www.psych.mpg.de/gesundheitsforum. Die Zugangsdaten finden sich am Tag der Veranstaltung auf der jeweiligen Unterseite der Veranstaltung.

Der nächste Vortrag am 27.4. geht darum “wie Mikrobiom und Psyche sich gegenseitig beeinflussen” .
Im Juli geht es dann um “Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen bei Depression und Demenz”.


Cover des Buches “Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde” von Bruce D. Perry erschienen im Kösel-Verlag

Cover des Buches “Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde” von Bruce D. Perry erschienen im Kösel-Verlag

Buchbesprechung: „Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde“ von Bruce D. Perry

Das Buch „Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde“ hat der Kinderpsychiater Bruce D. Perry gemeinsam mit der Journalistin Maia Szalavitz geschrieben. Perry stellt zehn Fälle aus seiner Praxis vor, alle Kinder sind schwerst traumatisiert. Das Buch handelt von den Möglichkeiten und Grenzen ihrer Heilung und zeigt auf, wie Liebe bei der Heilung helfen kann. Es ist so anrührend geschrieben, dass man am Ende noch gerne weiterlesen würde. Dabei wird Perrys feinfühliger und innovativer Behandlungsansatz ebenso sichtbar wie die erstaunliche Fähigkeit des Gehirns zur Heilung. „Beziehung ist das, was Veränderung bewirkt. Die stärkste Therapie ist menschliche Liebe“, schreibt Perry. Seine Geschichten unterstreichen aber auch, wie durch Unkenntnis, Armut, Gewalt, sexuellen Missbrauch, Chaos und Vernachlässigung verheerender Schaden angerichtet werden kann.

Dieses Buch eignet sich für Fachleute wie für interessierte Laien. Es ist höchst interessant und zugleich gut lesbar. Das Buch ist im Kösel-Verlag erschienen (ISBN 987-3-466-30768-5) und kostet 22 Euro.
https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Der-Junge-der-wie-ein-Hund-gehalten-wurde/Bruce-D-Perry/Koesel/e252250.rhd

März-Blog

Logo der Krisendienste Bayern mit der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 655 3000

Logo der Krisendienste Bayern mit der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 655 3000

Krisendienste in Bayern: Es geht voran

Die Kostenerstattungsvereinbarungen mit dem Freistaat Bayern bezüglich der Krisendienste sind Ende Oktober 2020 von Bayerns damaliger Gesundheitsministerin *Melanie Huml und den Bezirkstagspräsidenten unterzeichnet worden. Damit sind die finanziellen Rahmenbedingungen unter Dach und Fach. Der Freistaat übernimmt die Kosten für die sieben Leitstellen und hat dafür 18 Millionen Euro vorgesehen. Ähnlich hoch werden die Kosten für die mobilen Fachkräfte des Krisendiensts erwartet – diese übernehmen die Bezirke. Spätestens ab dem 1. Juli 2021 stehen die Leitstellen bayernweit in allen Bezirken 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche unter der kostenfreien Nummer 0800/655 3000 zur Verfügung, um Menschen in psychischen Krisen zu helfen. Schon lange arbeiten die Krisendienste in Oberbayern und Mittelfranken. Zunächst tagsüber sind die Dienste in der Oberpfalz, in Schwaben sowie Unter- und Oberfranken erreichbar. Der Bezirk Niederbayern wird im kommenden Frühjahr folgen. Die Bezirke statten ihre Leitstellen eigenverantwortlich aus, dass sie den regionalen Bedarfen gerecht werden.

Verbandspräsident Franz Löffler unterstrich bei der Unterzeichnung der Vereinbarung, dass mit den Krisendiensten Bayern Menschen in psychischen Ausnahmesituationen eine Art „Erste Hilfe in seelischen Notlagen“ erhalten würden. Dieses Angebot der Bezirke sei eine wichtige Ergänzung der psychiatrischen Versorgung in Bayern. Staatsministerin Huml fügte hinzu, es sei der Staatsregierung seit Jahren ein wichtiges Anliegen, psychische Erkrankungen aus der Tabuzone zu holen und Menschen in psychischen Krisen frühzeitig zu helfen. Mit der Umsetzung des PsychKHG (Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz) werde ein wichtiger Beitrag zur weiteren Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen geleistet. BASTA freut sich darüber und dankt allen Beteiligten herzlich für ihren Einsatz.

Mehr Informationen gibt es unter https://www.bay-bezirke.de/data/pdf/bezirketag.info_3_2020_barrierefrei.pdf. Die Seite des Krisendienste Bayern ist unter https://www.krisendienste.bayern zu erreichen.

 *Melanie Huml ist seit dem 11. Januar 2021 für andere Bereiche zuständig.


Header der Startseite www.impfzetrum-bayern.de

Header der Startseite www.impfzetrum-bayern.de

DGPPN: Vorrangige Impfung von psychisch Kranken gegen COVID-19

Der Kampf gegen die Pandemie geht in die entscheidende Phase: In Deutschland haben die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Der Impfstoff soll schwere Verläufe verhindern. Entsprechend haben Risikogruppen Vorrang, zu denen nun auch Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen gehören.

Dafür hat sich die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) eingesetzt. Sie berichtet, dass sich Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen deutlich häufiger mit dem Coronavirus infizieren, einen schwereren Verlauf zeigen und ein höheres Sterberisiko als die Allgemeinbevölkerung haben (https://dgppn.de/schwerpunkte/COVID-19/impfung.html).

Menschen mit psychischen Erkrankungen zählen laut Pragraph 3, Ziffer 2 (c) Impfverordnung nun zur zweiten Prioritätsgruppe und haben damit Anspruch auf eine frühere Schutzimpfung.
(Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Verordnungen/CoronaImpfV_BAnz_AT_08.02.2021_V1.pdf)

Man kann sich selbst online auf der Seite https://impfzentren.bayern/citizen registrieren und dabei im Fragebogen das Feld mit der psychischen Erkrakung ankreuzen. Zur Impfung selbst benötigt man ein Attest über eine Erkrankung im Sinne von Paragraph 3 Ziffer 2 der Coronoavirus-Impfverordnung vorlegen.

Die DGPPN empfiehlt, sich an seinen behandelnden Arzt zu wenden, wenn man von einer schweren psychischen Krankheit betroffen ist und sich impfen lassen möchte oder Fragen zur Impfung hat.
Wer wiederum Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen behandelt, sollte diese auf das erhöhte Risiko der Erkrankung und die Impfmöglichkeit hinweisen.

Weitere Informationen zum Thema COVID-19 finden Interessent*innen unter https://dgppn.de/schwerpunkte/COVID-19.html. Diese beinhalten zum Beispiel Empfehlungen zu E-Mental-Health.


Header der Webseite www.psy-congress.ch zum Jahreskongress der SGPP

Header der Webseite www.psy-congress.ch zum Jahreskongress der SGPP

Großer Geburtstag: 125 Jahre SGPP

Die Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) ist im vergangenen Jahr 125 Jahre alt geworden. Sie war 1895 aus dem 1864 ins Leben gerufenen „Verein schweizerischer Irrenärzte“ hervorgegangen. BASTA gratuliert nachträglich ganz herzlich! Feierlichkeiten fanden aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt, sollen aber im Rahmen des SGPP-Jahreskongresses, der vom 25. bis 27. August 2021 in Basel stattfindet, nachgeholt werden. Der Jubiläumskongress wird mit einem breiten thematischen Spektrum bewusst offen gestaltet. Das Programm umfasst Kurse, Workshops, Symposien sowie Podiumsgespräche, zu Wort kommen international renommierte Referenten. Noch ist allerdings unklar, ob der Kongress als Präsenzevent möglich ist oder aufgrund der dann vorherrschenden Pandemiesituation virtuell abgehalten werden muss. Die zentralen Veranstaltungen werden simultan übersetzt, und zwar ins Italienische, Französische und Deutsche.

Im Gegensatz zu anders lautenden Gerüchten ist die psychiatrische Versorgung in der Schweiz auch in Pandemiezeiten sichergestellt. Längere Wartezeiten für Langzeittherapien sind selten, Notfallbehandlungen jederzeit gewährleistet. Deshalb sollte niemand zögern, sich Hilfe zu holen, wenn dies nötig ist. Tatsächlich ist die größte Hürde für eine Therapie oft die eigene Scham. Im Übrigen litten viele berühmte Persönlichkeiten an einer psychiatrischen Krankheit. Das war zum Teil die Ursache für ihren Schaffensdrang, für ihre Leistungen.

Weitere Informationen finden sich unter https://www.psy-congress.ch/frontend/index.php.


Straßenszene aufgenommen in Wien von Peter Bechmann.

Straßenszene aufgenommen in Wien von Peter Bechmann.

SZ: Obdachlosigkeit und psychische Erkrankungen bedingen sich gegenseitig

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge haben 90 Prozent der Wohnungslosen mindestens eine psychische Erkrankung (https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/obdachlosigkeit-psychische-erkrankungen-hilfsangebote-wohnungslos-alkoholkonsum-1.5206735). Verwiesen wird auf die Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Danach waren 2018 rund 678.000 Menschen in Deutschland wohnungslos. Sie leben bei Verwandten, Bekannten oder in Obdachloseneinrichtungen, nicht wenige in Flüchtlingsunterkünften oder auf der Straße. Die Ursachen der Obdachlosigkeit sind vielfältig. Fast immer kommen mehrere Schicksalsschläge zusammen. Doch bei einer großen Zahl der Fälle ist die seelische Verfassung der Menschen der entscheidende Faktor.

In diesem Zusammenhang ist auch die sogenannte SEEWOLF-Studie interessant. Darin untersuchte unter anderem Professor Josef Bäuml, ehemals Oberarzt im Klinikum rechts der Isar, sowohl das Ausmaß körperlicher und seelischer Erkrankungen als auch die kognitive Leistungsfähigkeit wohnungsloser Menschen.


Verfremdetes Foto von Alexandra Pohndorf aus dem Buch “Psycho-Tisch – Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar”

Verfremdetes Foto von Alexandra Pohndorf aus dem Buch “Psycho-Tisch – Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar”

Angst vorm Autofahren: Ursachen und Tipps

Dichter Verkehr, düstere Tunnel, enge Baustellen oder Dunkelheit: Viele Autofahrer haben dann ein mulmiges Gefühl. Bei manchen wird daraus allerdings echte Fahrangst, bekannt als „Amaxophobie“. Ursachen dafür können Unsicherheit aufgrund von mangelnder Fahrpraxis, aber auch schlimme Erlebnisse sein, zum Beispiel das Beobachten eines Verkehrsunfalls. Häufiger betroffen sind Führerscheinneulinge oder Autofahrer, die lange nicht mehr hinterm Steuer gesessen haben.  Körperliche Symptome von Fahrangst sind unter anderem Herzrasen, beschleunigtes Atmen, Schweißausbrüche, Augenzucken oder Nervosität. Zu den psychischen Auswirkungen zählen Stressempfinden, Unwohlsein und der Drang, der Situation entfliehen zu wollen Quelle und weitere Infos: https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/verkehrsmedizin/angst-beim-autofahren

 

Februar-Blog

Motiv vom Flyer der Ernst-Busch-Stiftung und dem Motiv des Podcast Redseelig

Motiv vom Flyer der Ernst-Busch-Stiftung und dem Motiv des Podcast Redseelig

Trialogischer Podcast „Redseelig“ der Eckhard-Busch-Stiftung

Am 3. September 2020 hat die Eckhard Busch Stiftung einen eigenen (trialogischen) Podcast unter dem Namen „Redseelig“ (https://redseelig.podigee.io/) gestartet. Im ersten Beitrag stellten sich Bettina Busch und Paula Meßler vor und führten in die Stiftungsarbeit ein. Danach ging es um Inhalte: „Suizidalität und Suizidprävention“, „E-Mental-Health und Fachliteratur rund um psychische Krisen und Erkrankungen“, „Corona und was es mit unserer Seele macht“ sowie „Angst und Stress unterm Weihnachtsbaum“.

Am 14. Januar 2021 stand die Bildungsinitiative „Mental Health First Aid (MHFA)“, also erste Hilfe für die Seele, im Mittelpunkt. Sie wurde im Jahr 2000 in Australien ins Leben gerufen. Die Lizenz für Kurse in Deutschland hat das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim erhalten. Ziel ist es, der Ersten Hilfe für die Seele den gleichen Stellenwert zu verschaffen wie der für den Körper. Dabei geht es nicht darum, selbst zu therapieren, sondern zu erkennen, wer im eigenen Umfeld betroffen sein könnte, ihn/sie anzusprechen und an professionelle Helfer weiterzuvermitteln. Zu den Inhalten der Kurse gehören außerdem Frühwarnzeichen sowie Informationen über die wichtigsten psychischen Erkrankungen. An einem solchen Kurs haben Mitarbeiterinnen der Eckhard Busch Stiftung teilgenommen. Sie möchten ihr Wissen weitergeben und ihrerseits MHFA-Kurse in Köln anbieten. Der nächste Podcast im Februar soll sich mit dem Thema „Depression“ beschäftigen, und zwar aus der Sicht eines Betroffenen.


Colllage aus dem Titelbld des Magazins Spektrum, die Woche und dem Cover des “JAD – Journal of Affective Disorder”

Colllage aus dem Titelbld des Magazins Spektrum, die Woche und dem Cover des “JAD – Journal of Affective Disorder”

Spektrum.de: Ein Placebo unterstützt Therapie bei Depressionen

Ein vermeintliches Naturheilmittel hilft beim Entspannen und lindert Depressionen. Tatsächlich offenbart eine Studie, die im JAD erschienen ist und über die Spektrum.de berichtet (https://www.spektrum.de/news/placebo-effekt-hilft-bei-der-psychotherapie-von-depressionen/1818737?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE), dass ein handelsübliches Öl, sprich ein Placebo, in dieser Hinsicht wirkt.

Die Psychologinnen Nina Jurinec und Anne Schienle von der Universität Graz untersuchten 126 Erwachsene mit Depressionen, darunter überwiegend Frauen. Sie wurden zu vier Sitzungen von wöchentlichen Therapiegruppen eingeladen. Dort erhielten sie Informationen über die Krankheit, zudem gab es Anleitungen zu Entspannungstechniken, die zu Hause eigenständig vertieft werden sollten. Eine Gruppe sollte zur besseren Entspannung vorher drei Tropfen aus einem Fläschchen einnehmen, das mit „Rosenwurz“ beschriftet war. Dass es sich um einfaches Sonnenblumenöl handelte, wussten die Teilnehmer*innen nicht. Sie berichteten über tiefere Entspannung und führten ihre Übungen deutlich häufiger durch als die anderen Gruppen. Noch dazu minderten die Placebo-Tropfen depressive Symptome. Eine ältere Studie beziffert den Placebo-Effekt bei Antidepressiva an der Gesamtwirkung auf bis zu 50 Prozent.


Motiv zur Kampagne “Angst” auf der Homepage www.generation-psy.de

Motiv zur Kampagne “Angst” auf der Homepage www.generation-psy.de

Generation-psy.de:
Was macht die Angst zur Angststörung?

Katharina Domschke ist eine der führenden Angstforscher*innen in Deutschland. Die Psychiaterin leitet die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik Freiburg. Unter https://www.generation-psy.de/kampagnen/angst/ findet sich ein Interview mit ihr, indem sie zunächst einmal feststellt, dass Angst lebensnotwendig sei. Sie stelle ein Alarmsystem dar, das uns warne, wenn Gefahr im Verzug sei. Angst könne uns aber auch zu Höchstleistungen antreiben. So heiße es im sogenannten „Yerkes-Dodson-Gesetz“, nicht die Abwesenheit von Angst, sondern ein mittleres Maß an Anspannung führe zum optimalen Abruf unserer Leistungsfähigkeit. Verselbstständige sich die Angst allerdings, also stelle sie sich ein, obwohl keine objektive Gefahr bestehe, dauere sie übermäßig lange an oder trete sie zu häufig auf und führe sie zu Beeinträchtigungen im alltäglichen, beruflichen oder persönlichen Leben, dann werde die Angst zur Angststörung.

Bei der Entstehung von Furcht, Angst und Angsterkrankungen, so Domschke weiter, handele es sich um ein Zusammenspiel vieler Risikofaktoren. Dazu gehörten Stress, Trennungsereignisse, chronische Belastungen oder Traumata, aber auch genetische Varianten. Die Behandlung beruhe neben Maßnahmen wie Stressreduktion, sportlicher Betätigung, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen auf zwei Säulen: der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) sowie der Pharmakotherapie, sprich der Medikamentenunterstützung.

Die Generation PSY ist in ganz Deutschland aktiv. Koordiniert wird die Initiative von Berlin aus durch die DGPPN.


Cover des Buches “Seelenleben - Einblicke in die jugendliche Psyche” von Prof. Michael Schulte- Markwort, erschienen im Carlsen-Verlag

Cover des Buches “Seelenleben - Einblicke in die jugendliche Psyche” von Prof. Michael Schulte- Markwort, erschienen im Carlsen-Verlag

Buchbesprechung:
„Seelenleben“ von Michael Schulte-Markwort

„Seelenleben – Einblicke in die jugendliche Psyche“ ist eine Sammlung von 20 Lebensgeschichten junger Menschen, die Patienten in einer Jugendpsychiatrie waren. Reflektiert erzählen diese, in welchem Umfeld sie leben und mit welchen Problemen und psychischen Krisen sie kämpfen. Der Kinder- und Jugendpsychiater antwortet einem jedem in einem Brief, ordnet die beschriebenen Probleme fachlich ein, macht Mut und gibt Zuversicht, indem er die Stärken des Einzelnen hervorhebt. Der respektvolle und liebevolle Ton zeigt, wie wichtig er einen jeden nimmt. Darüber hinaus enthält „Seelenleben“ Kapitel mit fachlichen Informationen zu Krankheitsbildern wie Depression, Magersucht, Ess- und Zwangsstörungen oder Verwahrlosung. Auch allgemeinere Fragen werden beantwortet: „Woran merke ich, dass ich Hilfe brauche?“ und „Was ist eine Therapie?“. Porträts und Aussagen von jugendlichen Patienten wie „Es tut so gut, hier einfach mal ich sein zu dürfen – ohne bewertet zu werden“ runden das Buch ab. „Seelenleben“ gibt einen Einblick, was Hilfe leisten kann und nimmt damit Angst vor der Psychiatrie.

Das Buch „Seelenleben“ von Michael Schulte-Markwort mit Fotos von Nina Grützmacher ist im Carlsen Verlag erschienen (ISBN 978-3-551-25230-2) und kostet 16 Euro.

Hier der Direktlink zum Verlag:
https://www.carlsen.de/softcover/seelenleben/978-3-551-25230-2


Doppelseite mit Kapitelbeginn und Gedicht von Véronique Dehime aus dem Buch “Psycho-Tisch – Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar” erschienen im  Pabst-Verlag.

Doppelseite mit Kapitelbeginn und Gedicht von Véronique Dehime aus dem Buch “Psycho-Tisch – Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar” erschienen im Pabst-Verlag.

Buchbesprechung: „Psycho-Tisch – Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar“

Das Buch „Psycho-Tisch“ ist aus dem Münchner Psychose-Seminar entstanden. Dort treffen sich regelmäßig Betroffene, Angehörige und Profis aus dem Psychiatrie-Umfeld, um sich untereinander auszutauschen. Entsprechend ausgewogen kommen diese drei Gruppen in dem Buch zu Wort.

Die Beiträge sind teils poetisch, teils essayistisch, humorvoll bis ernsthaft. Vor allem aber sind sie eins: authentisch. Der Leser kann sich in Betroffene und Angehörige, aber auch in die Situation von Profis einfühlen. Deshalb ist es eine Bereicherung für alle, die mit dem Thema Psychiatrie zu tun haben – aus welchem Grund auch immer. Es wird geschildert, wie die Protagonist*innen die Psychiatrie und die Krankheit erlebt haben, im Guten wie im Schlechten. Auch begeben sich die Autor*innen auf die Suche nach dem Sinn der Krankheit und schlagen Brücken zu Wissenschaft und Gesellschaft. So kommen auch Themen wie Spiritualität und Krankheit zur Sprache.

Cover des Buches “Psycho-Tisch – Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar”

Cover des Buches “Psycho-Tisch – Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar”

Herausgeber des Buchs, das liebevoll bebildert ist, sind Heinrich Berger, BASTA-Mitglied Peter Bechmann, Véronique Dehimi, Karolina De Valerio und Josef Bäuml. Es ist im Verlag Pabst Science Publishers erschienen (ISBN 978-3-95853-231-1) und kostet 30 Euro. Erhältlich ist es zudem als E-Book (ISBN 978-3-95853-232-8).
Hier der Direktlink zum Verlag:
https://www.pabst-publishers.com/shop-checkout/detailansicht.html?tt_products%5BbackPID%5D=210&tt_products%5Bproduct%5D=1776&cHash=c299ab6a4bf895d7fc7e52c5c4ed8cd6


Januar-Blog

Video-Stil mt der Bloggerin, Gründerin des Mental Health Cafés “Berg und Mental” und BASTA-Aktiven Dominique de Marné bei der Eröffnung der bundesweiten & 14. Berliner Woche der seelischen Gesundheit.

Video-Stil mt der Bloggerin, Gründerin des Mental Health Cafés “Berg und Mental” und BASTA-Aktiven Dominique de Marné bei der Eröffnung der bundesweiten & 14. Berliner Woche der seelischen Gesundheit.

Auftaktveranstaltung zur bundesweiten & 14. Berliner Woche der seelischen Gesundheit am 09. Oktober 2020

Die Auftaktveranstaltung zur bundesweiten & 14. Berliner Woche der seelischen Gesundheit fand aufgrund der aktuellen Corona-Lage erstmals in digitaler Form statt. Unter dem Motto „Mit Kraft durch die Krise. Gesund bleiben – auch psychisch“ diskutierten Betroffene und Expert/innen über die Zusammenhänge von Corona und Psyche und gaben praktische Tipps zum Umgang mit der Krise. Mehr als 1500 virtuelle Besucher verfolgten die Talkrunde über den Live-Stream auf Facebook und den Youtube-Kanal des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und stellten im Live-Chat Fragen an die Experten.

Die anschließende Expertenrunde wurde von Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Mitinitiatorin der Aktionswoche geleitet. Sie stellte zu Beginn drei Best Practice Projekte vor, die ganz praktische Hilfen für verschiedene Zielgruppen entwickelt haben: die Online-Angebote der Jugendnotmail, das erste Mental Health Café in München sowie die Hilfen für Arbeitgeber der Mental Health Agentur Shit Show. Die Gründerin des Mental Health Cafés und Bloggerin Dominique de Marné - auch BASTA-Mitarbeiterin war Gast auf dem Podium. Sie betonte, dass Betroffene, die schon viele Krisenerfahrungen gemacht hätten, häufig sogar besser mit der aktuellen Situation umgehen und anderen helfen könnten: „Es gibt aber kein Patentrezept für die Krise, jeder muss seinen eigenen Weg finden, um mit schwierigen Gefühlen in dieser Zeit achtsam umzugehen“.

Ab der 50. Minute stellt Dominque de Marné ihr Café Metal und Berg vor und ist live direkt auf dem Podium. Die ganze Veranstaltung findet sich unter https://www.seelischegesundheit.net/ und auf Youtube unter https://www.youtube.com/watch?v=jnGMsseagNw&feature=emb_logo


Die Headergrafik des EO-Instituts für Entwicklung von und in Organisationen, deren Geshäftsführerin Nicole Schreibner das Interview mit Jetzt.de geführt hat

Die Headergrafik des EO-Instituts für Entwicklung von und in Organisationen, deren Geshäftsführerin Nicole Schreibner das Interview mit Jetzt.de geführt hat

Jetzt.de: Soll ich Vorgesetzten von meiner psychischen Erkrankung erzählen?

Nicole Scheibner, Geschäftsführerin des EO-Instituts (https://www.eo-institut.de), erläutert in einem Interview mit jetzt.de (https://www.jetzt.de/gutes-leben/psychische-erkrankung-am-arbeitsplatz-ansprechen?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE) die Frage, wann Offenheit über die eigene Erkrankung am Arbeitsplatz geboten ist und wann eher nicht. Scheibner arbeitet mit Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen zusammen, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu verbessern. Frühzeitig das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen solle man insbesondere dann, wenn man ein unbefristetes Arbeitsverhältnis habe und Beeinträchtigungen im Arbeitskontext zu befürchten seien, so Scheibner. Vorsichtig dagegen sollte man sein, wenn man noch in der Probezeit ist oder ein befristetes Arbeitsverhältnis hat. Zudem spielt es eine Rolle, wie vertrauensvoll das Verhältnis zur Führungskraft ist. Insgesamt gibt es keine allgemeinen Richtlinien, vielmehr gilt es immer den Einzelfall zu betrachten. Um einen Betroffenen wegen einer psychischen Krankheit (aus einem unbefristeten Vertrag) kündigen zu können, müssen laut Scheibner bestimmte Bedingungen erfüllt sein:

  • Eine mögliche Genesung muss unwahrscheinlich sein.

  • Die erwartbaren Fehlzeiten müssen zu einer starken Beeinträchtigung des Unternehmens führen.

  • Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass er verschiedene Maßnahmen angeboten hat, um den Betroffenen wieder einzugliedern.


Zur Sprache kommen unter dem oben genannten Link weitere interessante Punkte wie „Was ist, wenn man ein schlechtes oder distanziertes Verhältnis zum oder zur Vorgesetzten hat?“, „Wie bereitet man sich am besten auf ein Gespräch mit dem Vorgesetzten vor?“ und „Was raten Sie Selbstständigen, die gar nicht die Möglichkeit haben, sich mit psychischen Problemen an eine*n Vorgesetze*n zu wenden?“.


Cover des Flyers “Ratgeber und Inforationen für Angehörige psychisch erkrankter Menschen”

Cover des Flyers “Ratgeber und Inforationen für Angehörige psychisch erkrankter Menschen”

LApK: Übersicht über Ratgeber und Informationen für Angehörige psychisch erkrankter Menschen

Eine Übersicht über Ratgeber und Informationen für Angehörige psychisch kranker Menschen bietet der Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e. V. (LApK) in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e. V. in Form eines Flyers an. Dieser enthält auch Informationen anderer Herausgeber, vor allem zu rechtlichen Themen und zur Krankheitsbewältigung. Die Broschüren des Landesverbands können Interessent*innen kostenfrei bei der LApK bestellen. Auch der Flyer mit allen Themen und Kontaktdaten ist dort erhältlich.

Download Link:
https://www.lvbayern-apk.de/wp-content/uploads/2020/10/LApK-Infobrosch%C3%BCre.pdf

Kontakt:

Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e. V. (LApK)
Pappenheimstraße 7
80335 München
Tel.: 089/51 08 63 25,
Fax: 089/51 08 63 28,
E-Mail: info@lapk-bayern.de,
Web: www.lvbayern-apk.de.
Geschäftszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 14 Uhr.


Headergrafik der Webseite der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Rechts der Isar der TU München.

Headergrafik der Webseite der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Rechts der Isar der TU München.

Studie der TU München: Rolle der Angehörigen bei der Therapieplanung in der Akutpsychiatrie

Vier Ärzte der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar (TU München) haben eine repräsentative Befragung von Patienten, Angehörigen und Psychiatern zum Thema Einbeziehung von Angehörigen in die stationäre Routineversorgung durchgeführt. Die Querschnittsstudie umfasst Befragungen von 55 akutpsychiatrischen Stationen und zehn Krankenhäusern. Dabei wurden 247 Patienten, ihre behandelnden Ärzte und 94 Bezugspersonen interviewt.

Die Ergebnisse: Nur in 34 Prozent der Fälle hatte eine wichtige Bezugsperson Kontakt zum behandelnden Arzt. Ob ein solcher Kontakt bestand, hing von der Diagnose des Patienten, der Anzahl der stationär-psychiatrischen Aufenthalte und des behandelnden Krankenhauses ab:

  • Bezugspersonen von Patienten mit schizophrener oder wahnhafter Störung wurden häufiger in die Behandlung einbezogen.

  • Bezugspersonen wurden seltener einbezogen, je häufiger der Patient stationär behandelt wurde.

  • Es gab große Unterschiede zwischen den behandelnden Krankenhäusern.


Zum Inhalt der Angehörigengespräche gaben die Psychiater an, es drehe sich meistens um die Behandlung im Krankenhaus sowie um organisatorische und sozialpsychiatrische Themen. Bei Patienten und Angehörigen dagegen stand neben der Behandlung im Krankenhaus die diagnostische Einordnung der Erkrankung im Vordergrund. Kam kein Kontakt zustande, nannten die drei befragten Gruppen als häufigsten Grund fehlende Notwendigkeit. Daraus ziehen die Autoren der Studie die Schlussfolgerung, dass feste Abläufe und Standards etabliert werden müssen (zum Beispiel standardisierte Datenerhebung, feste Sprechzeiten oder Infoblätter), um die Beteiligung der Angehörigen zu verbessern. Außerdem sollten Personal, Patienten und Bezugspersonen über den Nutzen der Einbeziehung von Angehörigen informiert werden.


Cover des Buches “SBT: Stressbewältigungstraining für psychisch kranke Menschen” von Matthias Hammer erschienen im Psychaitrie-Verlag

Cover des Buches “SBT: Stressbewältigungstraining für psychisch kranke Menschen” von Matthias Hammer erschienen im Psychaitrie-Verlag

Buchbesprechung:
„SBT: Stressbewältigungstraining für psychisch kranke Menschen“


Das Buch „SBT: Stressbewältigungstraining für psychisch kranke Menschen“ von Matthias Hammer richtet sich an Moderatoren von Gruppen zu diesem Thema. Kritische Lebensereignisse, andauernde Belastungen sowie Über- und Unterforderung sind bei psychisch Erkrankten oft Anlässe für Rückfälle und Krisen.

Das Buch enthält detailliert ausgearbeitetes Material für die Gruppenarbeit mit ausführlichen Hinweisen für den Trainer oder die Trainerin. Das Gruppenprogramm ist störungsübergreifend einsetzbar. Inhalte des Trainings sind Stress und Stressbewältigung, Entspannungsmöglichkeiten, Krisenbewältigung, Problemlösung, Achtsamkeit und positives Erleben. Alle Arbeitsblätter und Audiodateien sind als Download-Material abrufbar.

Das Buch ist im Psychiatrie Verlag erschienen (ISBN 978-3-88414-961-4) und kostet 30 Euro. (Zu bestellen unter https://psychiatrie-verlag.de/product/sbt-stressbewaeltigungstraining-fuer-psychisch-kranke-menschen/)

BASTA 2020 – ein Jahresrückblick

So oder so ähnlich hat sich das Jahr 2020 für viele angefühlt. Foto: Alexandra Pohndorf

So oder so ähnlich hat sich das Jahr 2020 für viele angefühlt. Foto: Alexandra Pohndorf

Personelle Veränderungen:



Nach dem offiziellen Ruhestand unserer langjährigen Projektleiterin Elfriede Scheuring führte 2020 Marcel Bischofsberger die Koordination des Bündnisses fort und kümmerte sich um alles Organisatorische. 
Wegen finanzieller Schwierigkeiten - leider keine Unterstützung durch die Stadt München, Stiftungen, Krankenkassen und Kultusministerium – suchte sich Herr Bischofberger erfolgreich eine neue Stelle. Wir wünschen ihm alles Gute.

Die Aufgaben wurden auf mehrere Schultern verteilt.


Das Schulprojekt in besseren Tagen: Foto aus dem BASTA-Flyer von einer Klasse der städtischen Berufsschule für das Hotel-, Gaststätten- und Braugewerbe, die am BASTA-Schulprojekt teilgenommen haben

Das Schulprojekt in besseren Tagen: Foto aus dem BASTA-Flyer von einer Klasse der städtischen Berufsschule für das Hotel-, Gaststätten- und Braugewerbe, die am BASTA-Schulprojekt teilgenommen haben

Das BASTA-Schulprojekt:



Unser Schulprojekt wurde weitgehend Opfer der Kontaktbeschränkungen aufgrund des COVID-19-Virus. So wurden ab März bis Schuljahresende alle Begegnungsstunden abgesagt, das waren für München und auch Rosenheim jeweils 15 geplante Termine. Manche Schulen haben sich aufgrund der Situation gar nicht bei BASTA gemeldet.

Gegen Ende des Jahres konnten einige wenige Begegnungsstunden in FSJ-Kursen (Freiwilliges Soziales Jahr) trotzdem stattfinden oder digital durchgeführt werden. Die Frage hierbei war, ob eine Begegnungsstunde ohne Begegnung in einem realen Raum funktionieren kann, doch die positive Rückmeldung der Teilnehmer war ermutigend.


Die beiden neuen Kooperationspartner: Die Sucht- und Drogenkoordiation der Stadt Wien und der Bezirk Oberbayern.

Die beiden neuen Kooperationspartner: Die Sucht- und Drogenkoordiation der Stadt Wien und der Bezirk Oberbayern.

Neue Kooperationen

Basta in Wien:


Das Institut für Sucht- und Drogenkoordination Wien, eine Organisation der Stadt Wien hat das BASTA-Schulpaket erworben.
 Bei einer Online-Konferenz erläuterte der BASTA-Aktive Peter Bechmann die Rolle der Betroffenen in den BASTA-Begegnungsstunden.

https://sdw.wien/de/praevention/schule/#basta

BASTA im Bezirk Oberbayern:

Im Rahmen des Gesundheitsmanagements und des Inklusionsgedankens hat das Personalreferat des Bezirks einen Materialkoffer für das BASTA-Schulprojekt erworben und wird mehrmals jährlich BASTA-Begegnungsstunden für Mitarbeiter und Auszubildende des Bezirks durchführen.

Das Polizei-Projekt

Hier wurden die Termine auch zum Schutz der beteiligten MitarbeiterInnen leider alle abgesagt.


Die Regisseurin Caroline Link mit Dr. Walter Stehling und Marcel Bischofberger von BASTA vor dem Neuen Rottmann nach der Diskussion zu ihrem Film “Der Junge muss an die frische Luft”.

Die Regisseurin Caroline Link mit Dr. Walter Stehling und Marcel Bischofberger von BASTA vor dem Neuen Rottmann nach der Diskussion zu ihrem Film “Der Junge muss an die frische Luft”.

Psychiatrie im Film

Ein Höhepunkt des Jahres war sicher der Besuch von Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Caroline Link am 25. August bei der Filmvorführung „Der Junge muss an die frische Luft". Der Film fand in der BASTA-Reihe "Psychiatrie im Film" bei den Münchner Filmkunstwochen im "Neuen Rottmann" statt. Caroline Link nahm sich die Zeit, um dem Publikum spannende Einblicke in die Entstehung des Films zu gewähren. Dr. Walter Stehling führte das Gespräch mit der Regisseurin und moderierte die Diskussion.


Auftritte bei öffentlichen Veranstaltungen

Standbild der Videostreams zur Rolle der Angehörigen in Psychiatrie und Psychotherapie am 28. 10. mit Dr. Gabriele Pitschel-Walz, Angelika Hermann von der ApK und Peter Bechmann für BASTA.

Standbild der Videostreams zur Rolle der Angehörigen in Psychiatrie und Psychotherapie am 28. 10. mit Dr. Gabriele Pitschel-Walz, Angelika Hermann von der ApK und Peter Bechmann für BASTA.

Update “Forschung zur psychischen Gesundheit":

BASTA nahm an den Online-Informationstagen der vier Institutionen vom Forschungsnetz München Augsburg (Klinikum rechts der Isar, TUM / Max-Planck-Institut für Psychiatrie/Psychiatrische Klinik der LMU München / Universitätsmedizin Augsburg, Bezirkskrankenhaus Augsburg) vom 26. 10. bis zum 28. 10. 2020 teil.

Am 28. 10. stellte Dr. Gabriele Pitschel-Walz in einer trialogischen Veranstaltung die Rolle der Angehörigen in Psychiatrie und Psychotherapie vor. BASTA-Mitglied Peter Bechmann schilderte seine Erfahrungen aus der Sicht eines Betroffenen.


Link zur Videoaufzeichnung auf Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=UjLmWe1J5Mk&feature=youtu.be


In einer Feierstunde am 15.09.2020 im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes in Landshut wurde Frau Gisela Dregelyi vom Landrat Peter Dreier die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Foto: “Unbeirrbar - Infof…

In einer Feierstunde am 15.09.2020 im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes in Landshut wurde Frau Gisela Dregelyi vom Landrat Peter Dreier die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Foto: “Unbeirrbar - Infoforum für Angehörige psychisch Kranker in Bayern der LApK”

Verdienstmedaille DES VERDIENSTORDENS der Bundesrepublik Deutschland für Frau Gisela Dregelyi

Frau Dregelyi, BASTA-Vertreterin in Landshut, ist für ihre engagierte ehrenamtliche Arbeit durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland geehrte worden. 


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiers Worte: „Sie haben sich weit über das übliche Maße hinaus für unser Land engagiert. Mit Ihrem beharrlichen Einsatz für psychisch kranke Menschen, ihre Angehörigen und ihre Lehrer haben Sie einen bedeutenden Beitrag zum Wohl der Allgemeinheit geleistet. Dafür einen herzlichen Dank!“

Wir gratulieren Frau Dregelyi sehr herzlich!

https://www.lvbayern-apk.de/wp-content/uploads/2020/12/unbeirrbar.Dezember.2020.pdf


Danke!

BASTA bedankt sich bei allen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Einsatz in Schulen, bei den Polizeiseminaren, bei der Arbeit am Newsblog und die ideelle Unterstützung durch jeden einzelnen.

2021 besteht BASTA 20 Jahre. Wir hoffen, dass wir gemeinsam feiern können in einem gesicherten Rahmen sowohl finanziell als auch personell – das wäre schön.

Ihnen allen ein gutes und gesundes Jahr 2021!

Impression einer Winternacht, aufgenommen an der Rosenheimer Straße, Foto Peter Bechmann

Impression einer Winternacht, aufgenommen an der Rosenheimer Straße, Foto Peter Bechmann

Dezember-Blog

Headergrafik der Webseite zur Corona-Umfrag des Inklusionsnetzes Schaumburg (https://eigeninitiative-jetzt.de)

Headergrafik der Webseite zur Corona-Umfrag des INkluionsnetzes Schaumburg (https://eigeninitiative-jetzt.de)

Umfrage des Inklusionsnetzes aus Schaumburg

Das Inklusionsnetz aus Schaumburg führt im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung eine Umfrage durch und bittet um Teilnahme. Mit dem Lockdown durch die Corona-Pandemie sind zwar viele professionelle Hilfen weggebrochen, doch durch Eigeninitiave, Selbsthilfe und durch Dritte entstanden neue Aktivitäten.

Die Umfrage will genau diese Unterstützungsangebote ausfindig machen. Aus den Ergebnissen soll eine Handreichung entstehen, die zum Beispiel in der Zukunft an Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen ausgehändigt werden kann, sozusagen als mutmachende Beispiele.

Unter https://eigeninitiative-jetzt.de kommt man zur Umfrage. Der Zeitraum der Umfrage erstreckt sich noch bis zum 11. Dezember 2020. Die Umfrage dauert etwa acht Minuten und ist anonym. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein persönliches Interview durchzuführen. Dazu schicken Sie einfach eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an mittendrin@depressionen-hannover.de.


Headergrafik der Webseite von bipolaris e.V. (www.bipolaris.de), einem der beiden Gewinner des DGPPN-Antistigma-Preises 2020.

Headergrafik der Webseite von bipolaris e.V. (www.bipolaris.de), einem der beiden Gewinner des DGPPN-Antistigma-Preises 2020.

Headergrafik der Webseite von “Irre menschlich Hamburg e.V.”, einem der beiden Gewinner des DGPPN-Antistigma-Preises 2020.

Headergrafik der Webseite von “Irre menschlich Hamburg e.V.”, einem der beiden Gewinner des DGPPN-Antistigma-Preises 2020.

DGPPN-Antistigma-Preis: ein Zeichen gegen Vorurteile und Ausgrenzung

Menschen mit psychischen Erkrankungen haben in Deutschland noch immer mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Dagegen setzt der DGPPN-Antistigma-Preis ein Zeichen (DGPPN = Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde).

Den ersten Preis in Höhe von 6000 Euro teilen sich die beiden Organisationen bipolaris e.V. und Irre menschlich Hamburg e.V. bipolaris ist eine Selbsthilfevereinigung für Manie und Depression in Berlin-Brandenburg. Unter dem Motto „Bewegung für die Seele“ engagiert sich der Verein unter anderem dafür, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen sportliche Aktivität als Unterstützung und ergänzende Therapie kennenlernen. Irre menschlich wird für sein langjähriges Engagement für den Trialog (die Zusammenarbeit von Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten) ausgezeichnet. Aktuelles Beispiel ist ein Antistigma-Modul für Medizinstudierende.

Der zweite Preis geht ebenfalls an zwei Projekte: Zum einen an das Projekt „Jung und Freudlos – Psychiatrie im Podcast“, das seit zwei Jahren von Mitarbeitern der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Freiburg erfolgreich betrieben wird. Zum anderen geht der zweite Preis auch an die Filmemacherin Andrea Rothenburg aus Bad Segeberg für ihr Projekt „Psychiatrie-Filme“. Mit einem Anerkennungspreis wurde außerdem die AUDI AG für ihre Kampagne „Jeder hat Psyche. Warum nicht darüber reden?“ gewürdigt.

Weitere Informationen zu den Auszeichnungen gibt es unter https://www.seelischegesundheit.net.


Headergrafik der Webseite der Süddeutschen Zeitung

Headergrafik der Webseite der Süddeutschen Zeitung

SZ-Kommentar: Das quälende Warum

„Verwirrter Einzeltäter, psychisch krank – so heißt es häufig nach Gewaltverbrechen wie dem von Trier. Als wäre das eine Information von Wert. Dabei gibt eine etwaige Diagnose nur selten eine Antwort auf das Warum.“ Barbara Vorsamer setzt sich in ihrem Kommentar mit vorschneller Schuldzuweisung auseinander, die zu Diskriminierung einzelner Gruppen, wie z.B. Menschen mit psychischen Erkrankungen führt.

Die Kommentatorin nimmt den Fall der Amokfahrt in Trier zum aktuellen Anlass, die gängige Praxis in vielen Medien anzuprangern, die Information “psychisch krank” als schnelle Erklärung für schwer zu erklärende Gewaltverbrechen zu verwenden.

Im Zusammenhang mit dem Fall eines Mannes, der 2019 in Frankfurt aufgrund seiner paranoiden Schizophrenie ein Kind auf ein Gleis gestoßen hatte, weist die Autorin darauf hin, dass man selten die korrekte Bezeichnung forensische Psychiatrie für den geschlossenen Maßregelvollzg lese und stattdessen generell von “der Psychiatrie” geschrieben werde, in die Straftäter eingewiesen würden. Dies sei eine Stigmatisierung aller Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung professionelle Hilfe in einem psychiatrischen Krankenhaus suchen, da nur circa 1 Prozent dieser Millionen von Patienten verurteilte Straftäter seien.

Unbedingt Lesenswert: https://www.sueddeutsche.de/panorama/trier-gewaltverbrechen-psychisch-krank-kommentar-1.5136217


Logo und Headergrafik auf der Webseite https://link.springer.com

Logo und Headergrafik auf der Webseite https://link.springer.com

Springer: Psychisch Kranke oft Opfer von Gewalt – auch in Kliniken

Geschlagen, vergewaltigt, bedroht – die meisten psychisch erkrankten Menschen haben in ihrem Leben bereits massive Gewalt erfahren. Davor sind sie auch in psychiatrischen Einrichtungen nicht sicher. Das berichtete zumindest der Springer-Verlag 2017 unter https://link.springer.com/article/10.1007/s15006-017-9185-5.

In der Diskussion um die Gewaltbereitschaft psychisch Kranker wird ein Aspekt oft wenig berücksichtigt: Solche Menschen sind weitaus häufiger Gewaltopfer als –täter, sagte Prof. Tilman Steinert von der psychiatrischen Klinik in Weissenau. Er führte eine eigene Studie zu dem Thema durch. Darin wurden 170 Patienten in Wiedereingliederungsmaßnahmen befragt– die Hälfte Frauen. Ein Großteil hatte eine psychotische Erkrankung. Im Schnitt waren die Patienten bereits elfmal in einer psychiatrischen Klinik gewesen.

Die Erhebung 2016 erfolgte anonym anhand eines umfangreichen Fragebogens und ohne persönliches Gespräch. Wie sich zeigte, war im privaten Umfeld 70 Prozent der Patienten schon einmal Gewalt angedroht worden, bei 37 Prozent wurde der Drohung mit einer Waffe Geltung verschafft. 51 Prozent hatten tatsächlich Gewalt erlebt, 41 Prozent um ihr Leben gefürchtet. Die Hälfte der Frauen berichtete von Vergewaltigungen.

Auch in psychiatrischen Kliniken erlebten die Patienten Gewalt: 56 Prozent beklagten eine Einweisung und 29 Prozent eine Medikation gegen den eigenen Willen. 38 Prozent nannten Fixierungen, 51 Prozent hatten schon mal Angst vor Mitpatienten, 17 Prozent erwähnten körperliche Angriffe und 21 Prozent sexuelle Annäherungsversuche. 11 Prozent berichteten von körperlichen Angriffen durch das Personal in den psychiatrischen Kliniken, 7 Prozent von sexuellen Übergriffen durch Mitpatienten.

Der Psychiater geht davon aus, dass negative Erlebnisse in der Psychiatrie, etwa durch Zwangsmaßnahmen, die Opferrolle der Patienten noch verstärken und sich ungünstig auf den Therapieerfolg auswirken.


Umschlagbild des Buches “Muträuber – Hugo und Zugo besiegen die Angst” von Johannes Traub, Wiebke Alphei und Suse Schweizer aus der Reihe “Kids in Balance” des Psychiatrie-Verlags.

Umschlagbild des Buches “Muträuber – Hugo und Zugo besiegen die Angst” von Johannes Traub, Wiebke Alphei und Suse Schweizer aus der Reihe “Kids in Balance” des Psychiatrie-Verlags.

Buchbesprechung: „Muträuber - Hugo und Zugo besiegen die Angst“

Das Kinderbuch „Muträuber - Hugo und Zugo besiegen die Angst“ von Johannes Traub, Wiebke Alphei und Suse Schweizer schildert den Kampf zweier Räuberkinder gegen die Angst. Zugo fürchtet sich vor dem dunklen Weg hinter der Räuberhöhle, vor Spinnen und Füchsen und vor allem vor Brüll und Gröl, den fiesen Räuberzwillingen. Hugo hat keine Angst, weiß aber nicht, wie man mutig wird. „Mutig ist, wer Angst vor etwas hat und es trotzdem macht“, erklärt der Räubervater. Und so lernt Zugo, angefeuert von Hugo, sich der Angst zu stellen. Auf der riesig hohen Rutschbahn erleben sie, wie die Angst kleiner wird und der Mut wächst, je öfter sie hinunterrutschen.

Das Buch ist liebevoll illustriert und eignet sich für Kinder ab fünf Jahren. Es ist unter der ISBN 978-3-86739-188-7 in der Reihe “Kids in Balance” im Psychiatrie-Verlag erschienen und kostet 17 Euro. (https://psychiatrie-verlag.de/product/mutraeuber/)

November-Blog

Screenshot der Veranstaltungsreihe “Stärkung der Selbsthilfe” der Seko-Online  auf  der digitalen Pinnwand der App “padlet.com”

Screenshot der Veranstaltungsreihe “Stärkung der Selbsthilfe” der Seko-Online auf der digitalen Pinnwand der App “padlet.com”

Veranstaltungswoche der Seko-Online: „Stärkung der Selbsthilfe im Suchtbereich“

Von Montag, 9. November 2020, bis Freitag, 13. November 2020, findet eine Veranstaltungswoche der Seko-Online (Seko = Selbsthilfekoordination) statt. Thema dieser Woche ist die Stärkung der Selbsthilfe im Suchtbereich. Zielgruppe sind Selbsthilfeaktive und Professionelle aus dem Sucht- und Gesundheitsbereich, Angehörige und Interessierte.

Seit 2010 gab es jährlich eine große Fachveranstaltung zu diesem Thema. Dieses Jahr muss diese jedoch pandemiebedingt ausfallen. Stattdessen präsentieren die Veranstalter mit der virtuellen Veranstaltungswoche ein alternatives Programm. Die Themen sind breit gefächert. Sie reichen von neuen Projekten und Initiativen aus der Selbsthilfe über kreative Ideen zum Umgang mit Sucht und Psyche (Schreibwerkstatt, Atemtechniken) bis hin zu Fachvorträgen und kulturellen Beiträgen (Film, Lesung). Interessenten steht ab sofort unter https://de.padlet.com/selbsthilfekoordinationbayern/Veranstaltungsreihe eine digitale Pinnwand (Padlet) als Austauschplattform zur Verfügung. Informationen zu den einzelnen Beiträgen gibt es unter https://www.seko-bayern.de/veranstaltungen/veranstaltungswoche-staerkung-der-selbsthilfe-im-suchtbereich.

Anmeldungen sind ab dem 15. Oktober 2020 unter https://www.seko-bayern.de/ möglich. Technische Voraussetzungen zur Teilnahme sind PC, Laptop oder Tablet mit aktuellem Firefox- oder Chrome-Browser und ein Mikrofon. Eine Webcam ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Mit Ausnahme des Films „Zoey“ finden alle Veranstaltungen auf der Videokonferenz-Plattform BigBlueButton statt, die eine leichte Bedienung und Datenschutz garantieren soll. Bei technischen Fragen unterstützt Sie der Veranstalter gerne.

Kontakt: Selbsthilfekoordination Bayern,
Handgasse 8,
97070 Würzburg,
Tel.: 0931/20 78 16 40,
E-Mail: selbsthilfe@seko-bayern.de.


Grafik des “psychiatrie_verlag#wegbegleiters” auf der Website www.psychiatrie-verlag.de

Grafik des “psychiatrie_verlag#wegbegleiters” auf der Website www.psychiatrie-verlag.de


Psychiatrie Verlag: Informationen zum Thema Suizid

In Deutschland sterben jährlich 10.000 Menschen an einem Suizid, so der Psychiatrie Verlag in seinem Newsletter. Das sind mehr als durch Verkehrsunfälle, Drogen und Aids zusammen und auch mehr als in Deutschland bisher an Corona gestorben sind. Für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren ist es sogar die zweithäufigste Todesursache. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind bei jeder suizidalen Handlung bis zu 23 andere Personen involviert: Eltern, Kinder, Partner*innen, Freund*innen, Kolleg*innen, Nachbar*innen, Ersthelfer*innen und Zeug*innen des Geschehens.

Weltweit sterben jedes Jahr 793.000 Menschen an einem Suizid. Doch wie in Deutschland ist die Dunkelziffer weitaus höher. Etwa 60 Prozent der Menschen, die Suizid begehen, hatten eine schwere Depression. Dieser Prozentsatz nimmt drastisch ab, wenn die betroffenen Menschen professionelle Hilfe erhalten. Diese suchen aber nur 35 Prozent, was auch eine direkte Folge der Tabuisierung von Suizidalität ist. Der Mythos, dass Menschen, die von Suizid sprechen, nur Aufsehen erregen wollen und nicht wirklich gefährdet sind, ist nach wie vor aktuell. Tatsächlich werden aber zirkca 80 Prozent der Suizide im Vorfeld direkt oder indirekt angekündigt.

Weitere Informationen zum Thema und zu Projekten der Suizidprävention gibt es unter https://psychiatrie-verlag.de/wegbegleiter-zum-welttag-der-suizidpraevention/.


Cover des Buches “Grübeln - wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst” von Tobias Teismann erschienen im BALANCE buch + medien  Verlag

Cover des Buches “Grübeln - wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst” von Tobias Teismann erschienen im BALANCE buch + medien Verlag


Buchbesprechung: „Grübeln“ von Tobias Teismann

Das Buch „Grübeln – Wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst“ von Tobias Teismann beschäftigt sich mit Ursachen des Grübelns und wie man es verhindert. Intensives Grübeln führt nur selten zur Lösung von Problemen. Im Gegenteil: Mittlerweile weiß man, dass ausdauerndes Grübeln zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen beiträgt.

Teismann gibt Leserinnen und Lesern Strategien an die Hand, wie sie ihr Grübeln in den Griff bekommen können. Dazu gehört etwa die Schulung von Aufmerksamkeit und Konzentration. Auch Ablenkung und Aktivität können helfen. Zur emotionalen Verarbeitung trägt es bei, aufzuschreiben, was einen bewegt, oder aber über persönliche Ziele zu schreiben. Insgesamt ist es sinnvoller, Probleme auf konkrete Weise anzugehen. Das Buch enthält ausführliches Übungsmaterial, das den Lesern auch als Download zur Verfügung gestellt wird. Verschiedene Übungen machen das Buch zu einem hilfreichen Werkzeugkasten inklusive Download-Materialien in Form von Audiodateien und Arbeitsblättern zum Ausdrucken.

„Grübeln“ ist im BALANCE buch + medien Ratgeber Verlag erschienen (ISBN 978-3-86739-081-1) und kostet 15 Euro. ( https://balance-verlag.de/product/gruebeln/)


Schriftzug der Zeitschrift “unbeirrbar” der LApK

Schriftzug der Zeitschrift “unbeirrbar” der LApK

Lesenswert: Zwei Artikel in „unbeirrbar“ – der Zeitschrift des Landesverbandes Bayern der Angehörigen psychisch Kranker (LApK)

– Warum Weinen so gut für die Seele ist

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das aus Wut, Schmerz, Trauer oder Freude weinen kann. Aus rein evolutionärer Sicht geschieht dies zum einen, um sich selbst zu erleichtern oder zu reinigen, zum anderen dienen Tränen auch als Kommunikationsmittel. Während sie Schmerz oder Hilflosigkeit signalisieren, rufen sie in aller Regel Empathie und Hilfsbereitschaft bei anderen Menschen hervor. Leider neigen wir – vor allem in den westlichen Ländern – dazu, unsere Tränen zu verstecken. Gerade am Arbeitsplatz oder in anderen geschäftlichen oder offiziellen Situationen (zum Beispiel Feiern oder Gerichtsverhandlungen) möchte man nicht unbedingt weinen. Was gilt es ist also zu tun, wenn wir unsere Tränen nicht zurückhalten können?

– Der Einfluss von Ernährung auf Schizophrenie und Depressionen

Mehrere Studien belegen laut „unbeirrbar“ den Zusammenhang zwischen Ernährung und neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen. Im Rahmen einer australischen Studie ernährte sich die Hälfte der Probanden mit Depressionen mit Fastfood, die andere bekam mediterrane Kost. Nach einem Vierteljahr konnte man feststellen, dass bei der mediterranen- Ernährungsgruppe die Krankheitssymptome deutlich zurückgegangen waren, während sich bei der Kontrollgruppe keine Änderung ergeben hatte.

Beide Artikel finden Sie vollständig in der Juni-Ausgabe von “unbeirrbar” unter https://www.lvbayern-apk.de/pdf/unbeirrbar-juni-2020.pdf.

Oktober-Blog

Cover und Rückseite des Buches “Psycho-Tisch - Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar” erschienen im Pabst-Verlag

Cover und Rückseite des Buches “Psycho-Tisch - Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar” erschienen im Pabst-Verlag

Buchpräsentation „Psycho-Tisch“ am Freitag, 23.10.2020, 15 Uhr

Im Hörsaal A der TU im Klinikum rechts der Isar, Ismaninger Straße 22, stellen die fünf Herausgeber Dr. Heinrich Berger, BASTA-Aktiver Peter Bechmann, Véronique Dehimi, Dr. Karolina De Valerio und Prof. Josef Bäuml das Buch “Psycho-Tisch” des Münchner Psychose-Seminars vor.

Autorinnen und Autoren lesen Auszüge ihrer Texte und Gedichte, die Einblicke in die Welt psychischer Ausnahmezustände gewähren. Sie zeigen ein immer noch tabuisiertes Thema aus der Sicht der Erlebenden, Behandelnden und Angehörigen. Bilder und Fotografien aus dem Buch sowie Musikeinlagen bereichern die Beiträge.

Programm 15 bis 17 Uhr:
Begrüßung durch die Klinikleitung
Einführung durch die Herausgebergruppe
Lesung von Mitautor*innen mit Bildern
Musikalisches Intermezzo und Überraschungsgäste

Die Teilnahmezahl ist aufgrund der Corona-Bestimmungen sehr beschränkt.
Die Plätze werden vor allem Mitautor*innen, Mitveranstaltern, Sponsoren und Psychose-Seminar-Mitstreiter*innen zur Life-Veranstaltung reserviert.

Alle anderen sollen die Möglichkeit erhalten, online in Form von Streaming/Videokonferenz teilzunehmen. Die technischen Möglichkeiten werden noch geprüft.

Anmeldung unter anmeldung-mps@gmx.de.

Das Buch “Psycho-Tisch - Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar” ist im Pabst-Verlag erschienen. Das Buch kostet 30 Euro (ISBN 978-3-95853-231-1) und das E-Book 12 Euro (ISBN 978-3-95853-232-8) und hat 326 Seiten mit zahlreiche Abbildungen.

https://www.pabst-publishers.com/shop-checkout/detailansicht.html?tt_products%5BbackPID%5D=210&tt_products%5Bproduct%5D=1776&cHash=c299ab6a4bf895d7fc7e52c5c4ed8cd6


Logo der Webseite Prodo-Group.com

Logo der Webseite Prodo-Group.com

CHIMPS-net-Studie: Prävention von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

Das LMU Klinikum bietet das gruppenbasierte Familienprogramm „Gesund und Glücklich aufwachsen“ (GuGAuf) an. Ziel ist die Unterstützung der ganzen Familie, mit der Herausforderung „Depression“ umzugehen.

Die „CHIMPS-net“-Studie folgt der PRODO-Studie, wurde nach dem Feedback der Teilnehmer überarbeitet und wird nun in verkürzter Form angeboten. Sie dient der Prävention von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit einem depressiven Elternteil. Mitmachen können Eltern mit einer depressiven Störung und Kinder sowie Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren.

Im Rahmen des GuGAuf-Programms lernen Kinder, was eine Depression ist und wie sie mit schwierigen Situationen umgehen können. Eltern lernen, wie sie ihr Kind unterstützen können, damit es gesund und glücklich aufwächst, wie sie ihr Leben als Elternteil leichter machen und auch in schwierigen Phasen „positiv“ erziehen können.

Mehr Informationen zu Inhalt und Ablauf finden Sie unter https://prodo-group.com/studies/proband-werden/. Wenn sich Interessierte finden, wird ein zusätzlicher Informationsabend via Zoom geplant. Bitte melden Sie sich bei Frau Vanessa Danzer, E-Mail: kjp-prodo@med.uni-muenchen.de, an.


Bild von Mark Weber

Bild von Mark Weber

Galerie SeelenArt: Mark Weber stellt vom 14. Oktober 2020 bis 15. Januar 2021 aus

Die Galerie SeelenART im Münchner Lehel widmet sich der Kunst sogenannter „Insider“ und „Outsider“. Mit wechselnden themenbezogenen Ausstellungen bietet sie Künstlern mit und ohne Behinderung, Autodidakten, aber auch professionellen Künstlern eine Plattform. In der Ausstellung vom 14. Oktober 2020 bis 15. Januar 2021 werden unter dem Titel „Cosmic Coal“ Werke der Malerei, Drucktechnik und Grafik von Mark Weber gezeigt. Frei von akademischer Prägung hat er sich mit unterschiedlichen Techniken seinen individuellen künstlerischen Ausdruck erarbeitet. In der Ausstellung lädt Weber den Betrachter auf eine Reise in fantasievolle Welten ein. Die Vernissage findet am 14. Oktober 2020 um 17:30 Uhr mit(!) Anmeldung und ab 18:30 Uhr ohne Anmeldung nach Reihenfolge statt.

Die Ausstellung dauert vom 14. Oktober 2020 bis zum 15. Januar 2021. Die Galerie Seelenart hat ihren Sitz in der Robert-Koch-Straße 7/7a in 80538 München. Geöffnet ist Mittwoch und Freitag von 13 bis 15 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 18 Uhr. Über Weihnachten ist geschlossen.

Bitte wenden Sie sich für Fragen oder weitere Informationen an Ulrike Ostermayer,
E-Mail: ulrike.ostermayer@kbo.de, mobil: 0174/15 25 626,
oder besuchen Sie die Website: https://kbo-spz.de/startseite.html oder dem Facewbool-Auftritt: https://www.facebook.com/events/324597695299607/


Blogo_Klinikum_rechts_der_Isar.png

Meta-Studie des Klinikums rechts der Isar: Behandlung von älteren Patient*innen mit Insomnie

Insomnie ist eine Schlafstörung, bei der die betroffene Person nicht einschlafen kann, nicht durchschläft oder vorzeitig erwacht und nicht wieder einschlafen kann. Von einer chronischen Insomnie sprechen Ärztinnen und Ärzte dann, wenn die betroffene Person an mindestens drei Tagen in der Woche über mehr als drei Monate hinweg an Schlafstörungen leidet. Bei älteren Menschen ist Insomnie eine belastende Erkrankung: Schätzungen zufolge leiden daran in dieser Gruppe zwischen 30 und 60 Prozent. Für die Betroffenen hat das schwerwiegende Folgen. Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit und erschwertes Denkvermögen können zu Flüchtigkeitsfehlern und im schlimmsten Fall zu Unfällen führen. Nicht selten treten auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und Zähneknirschen, müde Augen und Muskelverspannung bis hin zu starken muskulären Schmerzen auf. Die systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse des Klinikums rechts der Isar untersucht medikamentöse und nicht-medikamentöse Interventionen zur Behandlung von älteren Patient*innen mit Insomnie
https://www.psykl.mri.tum.de/sites/www.mridemo.med.tum.de/files/Zusammenfassung%20Behandlung%20von%20%C3%A4lteren%20Patienten%20mit%20Insomnie.pdf

Vor der Verordnung von Medikamenten sollten immer nicht-pharmakologische Maßnahmen ausgeschöpft werden. Bei einzelnen Patient*innen können Maßnahmen wie Verhaltenstherapie oder Lichttherapie Anwendung finden. Für viele Betroffene ist das Erlernen von Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation hilfreich. Zum Bereich der nicht-pharmakologischen Behandlungen werden folgende Optionen gezählt: Achtsamkeit, Akupunktur, Aromatherapie, Bewegung, Homöopathie, Hypnotherapie, Massage, Meditation, Musiktherapie, Öl, Reflexzonenmassage und Yoga/Tai Chi/Chi Gong. Die Medikamente, die bei Schlafstörungen eingesetzt werden, umfassen Benzodiazepine und Benzodiazepin-Rezeptor-Antagonisten, sedierende Antidepressiva, Antipsychotika, Antihistaminika oder retardiertes Melatonin. Die meisten dieser Substanzen haben erhebliche Nebenwirkungen.

Eine systematische Übersichtsarbeit bedeutet, dass die Autoren alle vorhandenen Studien, die das Thema untersucht haben, nach vorgegebenen Kriterien ausgewählt haben. Für den Bereich der nicht-medikamentösen Interventionen lagen nur wenige Studien vor.

Für weitere Informationen steht Myrto Samara, E-Mail: samaramyrto@gmail.com zur Verfügung. Das Klinikum rechts der Isar vertreten Dr. Stefan Leucht und Irene Bighelli
(Tel.: 089/4140-4243, E-Mail: irene.bighelli@tum.de).

September-Blog

Die Regisseurin Caroline Link mit Dr. Walter Stehling und Marcel Bischofberger von BASTA vor dem Neuen Rottmann nach der Diskussion zu ihrem Film “Der Junge muss an die frische Luft”.

Die Regisseurin Caroline Link mit Dr. Walter Stehling und Marcel Bischofberger von BASTA vor dem Neuen Rottmann nach der Diskussion zu ihrem Film “Der Junge muss an die frische Luft”.

Rückblick: „Der Junge muss an die frische Luft“ mit Caroline Link

Ein voller Erfolg war das gemeinsame Filmprojekt von BASTA – dem Bündnis für psychisch erkrankte Menschen und ariadne – Verein zur Hilfe für Alterskranke und seelisch Kranke e. V. in Kooperation mit dem Kino Neues Rottmann.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals herzlich bei Caroline Link bedanken, die sich nicht nur die Zeit für eine spannende Diskussion genommen hat, sondern auch jede Menge Einblicke in die Entstehung und die Geschichte des Films gewährte. Ein ebenso herzliches Dankeschön geht an Dr. Walter Stehling, der die Diskussion moderiert hat.

Darüber hinaus hat der Kinobetreiber alles dafür getan, dass wir gemeinsam mit unseren zahlreichen Gästen einen schönen Abend verbringen konnten – abgerundet durch einen beeindruckenden Film. Danke deshalb auch ans Neues-Rottmann-Team.


Einladungskarte zur Veranstaltung im Bayerischen Landtag: “Wie gelingt der Weg (zurück) in den Beruf?”

Einladungskarte zur Veranstaltung im Bayerischen Landtag: “Wie gelingt der Weg (zurück) in den Beruf?”

10.10: Veranstaltung der Grünen im bayerischen Landtag – Psychisch erkrankt – Wie gelingt der Weg (zurück) in den Beruf?

Anlässlich der Woche der Seelischen Gesundheit laden die Grünen im bayerischen Landtag zur Veranstaltung „Psychisch erkrankt – Wie gelingt der Weg (zurück) in den Beruf?“ am Samstag, den 10. Oktober 2020 ein.
Der Dialog aus der Reihe “psychische Gesundheit” soll die Vielschichtigkeit der Problemlage thematisieren und ist mit Abgeordneten, Betroffenen und Expert*Innen geplant. Wegen der begrenzten Platzkapazität findet ein Live-Stream statt, bei der online Teilnehmer ebenso am Dialog teilnehmen können.

In der Einladung der Grünen heißt es zum Thema: “Die Stigmatisierung in diesem Krankheitsfeld ist immer noch sehr groß und die Arbeitnehmer*innen stehen, neben ihrer psychischen Erkrankung, unter großem Druck. Die medizinische Rehabilitation – ob stationär oder in ambulanter Behandlung – spielt eine entscheidende Rolle. Dabei ist es wichtig, Betroffenen die Möglichkeit zu geben, trotz einer psychischen Erkrankung die eigenen Stärken zu erkennen, mit ihren Ressourcen zum nötigen Selbstbewusstsein zurück zu kommen, sodass der berufliche (Wieder-) Einstieg möglichst einfach gelingen kann. “

Wann: Samstag, 10. Oktober 2020 | 15.00 Uhr
Wo: Online

Link zur Online-Einladung: https://124275.seu2.cleverreach.com/m/12204871/1346645-5271254e8f579ef80e6d3841b0909913


Das Titelbild der DVD zum Film “Grau ist keine Farbe” von MovieJam Studios

Das Titelbild der DVD zum Film “Grau ist keine Farbe” von MovieJam Studios

Kultusministerium setzt Depressions-Petition um und empfiehlt Doku für bessere Aufklärung

Alexander Spöri und MovieJam Studios, die Inititiatoren der Online-Petition “Binden Sie endlich Aufklärung über Depression in den Schulunterricht ein, Herr Piazolo” melden erfreut, dass schon im "Laufe dieses Schuljahres LehrerInnen über psychische Erkrankungen geschult werden.” (Wir berichteten dazu im April-Blog 2019)

Demnach habe das bayerische Kultusministerium viele Materialien zum Thema Depression entwickelt. Darunter empfehle das Ministerium auch das Doku-Drama GRAU IST KEINE FARBE über die jugendliche Depression zum Einstieg in die Thematik. (Wir zeigten den Film in der Reihe Filmkunstwochen-Psychiatrie im Film im Rottmann-Kino am 30. Juli 2019)

Link zur Meldung über die erfolgreiche Petition auf Change.org.
Link zur Webseite von MovieJam mit dem Film “Grau ist keine Farbe”: https://www.moviejam.de/gikf-kaufen/

BASTA gratuliert den jungen Filmemachern und Petitionsinitiatoren von MovieJam Studios!
Wir hoffen, dass auch das BASTA-Schulprojekt als wichtiger Baustein einer Aufklärung im Sinne der Anti-Stigma-Arbeit wahrgenommen wird und dass sich nach der Corona-Pause die Schultüren für uns weit öffnen.


Logo der Anni-Gruber-Stiftung auf der Webseite www.anni-gruber-stiftung.de

Logo der Anni-Gruber-Stiftung auf der Webseite www.anni-gruber-stiftung.de

Süddeutsche Zeitung:
Anni-Gruber-Stiftung für psychisch Kranke und deren Angehörige

Sabine Buchwald berichtet in ihrem Artikel „Wir wollen mehr Menschen erreichen“ in der Süddeutschen Zeitung vom 23. August 2020 von der Arbeit der Anni-Gruber-Stiftung in München. Diese unterstützt seit 25 Jahren psychisch kranke Menschen und deren Angehörige.

Der Suizid eines Angehörigen erschüttert eine Familie wie ein Erdbeben. Das ging auch dem Ehepaar Gruber so, das seinen Sohn durch Selbstmord verlor. Deshalb gründete Anni Gruber 1994 in München eine Stiftung mit dem Zweck, psychisch kranken Menschen und deren unmittelbar betroffenen Angehörigen zu helfen. In der Else-Rosenfeld-Straße hat die Anni-Gruber-Stiftung Wohnungen, die zu einem großen Teil an psychisch Kranke vermietet werden. Seit vielen Jahren organisiert die Stiftung außerdem Erholungsurlaube für Angehörige in Bad Griesbach.
Anni Gruber ist inzwischen 94 Jahre, möchte nicht mehr öffentlich über das Schicksal ihrer Familie und die Arbeit der Stiftung sprechen. Das überlässt sie nun anderen, zum Beispiel Albrecht Egetmeyer, einem früheren Arzt an der Universitätsklinik für Psychiatrie in der Nussbaumstraße und mittlerweile einer der Vorstände der Stiftung. Besonders liegt ihm die Suche nach der Schuld am Herzen. Zusammen mit dem Hamburger Psychiater und Psychiatriehistoriker Klaus Dörner sowie Konstanze Koenning hat er ein Buch mit dem Titel veröffentlicht: „Freispruch der Familie – wie Angehörige psychiatrischer Patienten sich in Gruppen von Not und Einsamkeit, von Schuld und Last freisprechen“ (ISBN: 978-3867391412).

Den kompletten Artikel gibt es unter https://www.sueddeutsche.de/muenchen/gemeinnuetzige-arbeit-wir-wollen-mehr-menschen-erreichen-1.5007567.
Kontakt und weitere Informationen zur Stiftung finden sich unter www.anni-gruber-stiftung.de/kontakt/.

August-Blog

Der Kinosaal des “Neuen Rottmann”, in dem am 25.8. Caroline Link Fragen zu ihrem Film „Der Junge muss an die frische Luft“ beantworten wird.

Der Kinosaal des “Neuen Rottmann”, in dem am 25.8. Caroline Link Fragen zu ihrem Film „Der Junge muss an die frische Luft“ beantworten wird.

Regisseurin Caroline Link am 25. August zu Gast Bei der Filmvorführung „Der Junge muss an die frische Luft“

Caroline Link, Oscar-Preisträgerin und Regisseurin des Films „Der Junge muss an die frische Luft“ ist zu Gast beim gemeinsamen Filmprojekt von BASTA - dem Bündnis für psychisch erkrankte Menschen und ariadne – Verein zur Hilfe für Alterskranke und seelisch Kranke e. V.

Frau Link wird vor Beginn des Films für die Fragen aus dem Plenum zur Verfügung stehen. Die Diskussion wird von Dr. Walter Stehling geleitet. Dr. Walter Stehling ist Facharzt am Klinikum rechts der Isar, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München.

Beginn der Diskussion ist 20:00 Uhr. Anschließend ist die Filmvorführung von „Der Junge muss an die frische Luft”.

Veranstaltungsort ist wie bereits angekündigt das „Neues Rottmann“,
Rottmannstr. 15,
80333 München,
Tel: 089 / 521 683.

Eintrittskarten sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Wir empfehlen Ihnen, die Karten telefonisch vorzubestellen oder die Tickets direkt online unter www.neuesrottmann.de zu kaufen.


Cover des Buches “Ambulante Gruppentherapie für Männer mit Depression”

Cover des Buches “Ambulante Gruppentherapie für Männer mit Depression”

Buchbesprechung: „Ambulante Gruppentherapie für Männer mit Depressionen”

Schon seit Längerem ist bekannt, dass Männer anders mit ihren psychischen Problemen umgehen und dazu neigen, psychotherapeutische Hilfe abzulehnen. Deshalb ist ein spezielles Therapieprogramm für männliche Patienten notwendig, das auf diejenigen Problembewältigungsstile zugeschnitten ist, die als externalisierend, handlungsorientierend oder kurzgefasst als „männliche“ Stile umschrieben werden.

Hier setzt das Buch „Ambulante Gruppentherapie für Männer mit Depressionen“ an. Geschrieben wurde es von dem psychologischen Psychotherapeuten Dr. Steffen Bartholomes, der ambulant an der Uhlenhaus Klinik in Stralsund arbeitet, und Prof. Dr. Georg Schomerus, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. Eine Reihe empirischer Befunde lässt die Interpretation zu, dass chronischer Ärger, Rückzug, Substanzmissbrauch und aggressive Verhaltensweisen Symptome einer sogenannten „männlichen“ Form von Depression sind.

Das Buch, das umfangreiche Downloadmaterialien enthält, richtet sich an Therapeuten von Männern mit einer unipolaren Depression. Oft ist diese Erkrankung mit Persönlichkeitsstörungen, chronischen Schmerzen oder sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit, finanziellen Schwierigkeiten, Scheidung oder Einsamkeit verbunden. Die Autoren stellen ein Therapiekonzept zur Behandlung der „männlichen“ Depression vor, das drei Hauptkomponenten beinhaltet. Zum einen erklären sich die Teilnehmer dazu bereit, über den Therapiezeitraum jeweils ein persönlich relevantes Projekt zu entwickeln und auf den Weg zu bringen. So hat sich etwa einer der Patienten der Aufgabe gestellt, sich ein möglichst differenziertes Bild von seinem früh verstorbenen Vater zu machen. Ein weiterer Patient plante die Teilnahme an einem Halbmarathon. Zum anderen geht es darum, verbesserte Zugänge zu psychologischen Grundbedürfnissen und den eigenen Bedürfnissenzu schaffen. Und schließlich wird ein angemessener Umgang mit den eigenen Ressourcen angestrebt.

Das Buch „Ambulante Gruppentherapie für Männer mit Depressionen“ ist im Psychiatrie Verlag erschienen (ISBN 978-3-88414-695-8) und kostet 30 Euro.
(https://psychiatrie-verlag.de/product/ambulante-gruppentherapie-fuer-maenner-mit-depression/)


Banner-Motiv der 14. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit auf der Webseite aktionswoche.seelischegesundheit.net

Banner-Motiv der 14. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit auf der Webseite aktionswoche.seelischegesundheit.net

Corona-Krise: Schwerpunktthema der Woche der seelischen Gesundheit

Die Corona-Pandemie steht auch im Mittelpunkt der 14. Berliner Woche der seelischen Gesundheit des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit. Angesichts der aktuellen Entwicklungen legen die Initiatoren ihr besonderes Augenmerk auf die Krise und ihre (psychischen) Folgen. Unter dem Motto „Mit Kraft durch die Krise! Gesund bleiben – auch psychisch“ findet die Aktionswoche vom 10. bis 20. Oktober 2020 statt. Wegen der bekannten Einschränkungen gibt es in diesem Jahr keine großen Präsenzveranstaltungen. Die Alternativen sind Veranstaltungen im kleinen Kreis sowie vielfältige Onlineangebote wie Videos oder Podcasts. Tipps und Empfehlungen für die Planung von Onlineevents erhalten Interessenten unter: https://aktionswoche.seelischegesundheit.net/berlin/veranstaltung-anmelden

Juli-Blog

Im Rahmen der Reihe Psychiatrie im Film der Filmkunstwochen zeigen BASTA und ariadne e.V. den Film “Der Junge muss an die frische Luft” im Kino “Neues Rottmann”

Im Rahmen der Reihe Psychiatrie im Film der Filmkunstwochen zeigen BASTA und ariadne e.V. den Film “Der Junge muss an die frische Luft” im Kino “Neues Rottmann”

Filmkunstwochen – Psychiatrie im Film:
„Der Junge muss an die frische Luft“ am 25. August 2020 um 20 Uhr im “Neuen Rottmann”

BASTA - das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen und ariadne – Verein zur Hilfe für Alterskranke und seelisch Kranke e. V. zeigen Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Kino „Neues Rottmann“ auch dieses Jahr wieder einen Film zum Thema Psychiatrie. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Podiumsdiskussion statt.

Der Film „Der Junge muss an die frische Luft“ erzählt von der Kindheit Hape Kerkelings in den 1970er-Jahren im Ruhrpott. Die Familie ist groß, laut, lustig und immer in Feierlaune. Der junge Hans-Peter bringt durch Parodien von Verwandten und Bekannten seine Umgebung zum Lachen. Doch nach einer missglückten Operation lacht die Mutter immer weniger, und es scheint, als ob sie sich schrittweise aus dem Leben verabschieden würde.

Themen im Film sind Kinder psychisch erkrankter Menschen und Depression – eingebettet in die Familiengeschichte. Die Vorführung findet am 25. August 2020 um 20 Uhr statt.

Veranstaltungsort:
„Neues Rottmann“,
Rottmannstr. 15,
80333 München,
Tel: 089 / 521 683.

Eintrittskarten sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Wir empfehlen Ihnen, die Karten telefonisch vorzubestellen oder die Tickets direkt online unter www.neuesrottmann.de zu kaufen.


Cover des Buches “Hölderlin - Das Klischee vom umnachteten Genie im Turm”

Cover des Buches “Hölderlin - Das Klischee vom umnachteten Genie im Turm”

Buchbesprechung:
Hölderlin – Das Klischee vom umnachteten Genie im Turm

Friedrich Hölderlin steht wie niemand sonst in der deutschen Literatur für das Klischee vom geistig umnachteten Genie. Die beiden Autoren Jann E. Schlimme und Uwe Gonther, beide Psychiater und Hölderlin-Experten, wollen den Menschen Hölderlin vorstellen, indem sie unter Zuhilfenahme der vorhandenen Quellen den trialogischen Ansatz verfolgen. Sie lassen ihn selbst, seine Familie und Bekannten sowie seine Ärzte zu Wort kommen. Da die Quellen spärlich sind, ist das Buch streckenweise nicht einfach zu lesen und es bleiben Lücken. Dennoch kommen Schlimme und Gonther zu einem anderen, neuen Verständnis der Person Friedrich Hölderlin: Psychotische Krisen und mühevolle Genesung? Ja. Umnachtung? Nein.

Das Buch „Hölderlin – Das Klischee vom geistig umnachteten Genie im Turm“ ist im Psychiatrie Verlag erschienen (ISBN 978-3-96605-059-3) und kostet 20 Euro.
Hier der Link zur Bestellung: https://psychiatrie-verlag.de/product/hoelderlin/


Titelschriftzug der Webseite www.corona-und-du.de

Titelschriftzug der Webseite www.corona-und-du.de

Corona:
Plattform für Kinder und Jugendliche im Netz

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie des LMU Klinikums München hat gemeinsam mit der Beisheim-Stiftung eine quietschbunte Corona-Plattform für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen (https://www.corona-und-du.info/).

Auch für Kinder und Jugendliche ist die derzeitige Situation schwierig. Die Unsicherheiten, wann es welche Lockerungen gibt, und die vielen Umstellungen im Alltag sind gerade für Kinder und Jugendliche eine schwere Belastungsprobe. Sorgen und Ängste können in Zeiten von Schulschließungen und einer ungewissen Zukunft schnell überhand nehmen.

Im Einzelnen finden Interessierte auf der Plattform Tipps gegen Langeweile, Übungen für eine positive Einstellung und Regeln für den Umgang mit Stress. Darüber hinaus zeigt die Plattform auf, wie man sich richtig bewegt, besser schlafen kann und sich gesund ernährt. Nicht zuletzt wird dazu geraten, zwar informiert zu bleiben, aber auch mal abzuschalten und Abstand von der ganzen Thematik zu nehmen.

Wer zudem ein offenes Ohr von Expertinnen und Experten benötigt, findet auf der Website Anlaufstellen, an die man sich mit seinenProblemen wenden kann.

Juni-Blog

Cover des Buches “Angstphase” von Antonia Wille erschienen im Piper-Verlag

Cover des Buches “Angstphase” von Antonia Wille erschienen im Piper-Verlag

Buchbesprechung: „Angstphase“ von Antonia Wille

Antonia Wille leidet seit ihrem elften Lebensjahr an einer Angststörung. In einer ersten Therapie konfrontiert sie sich mit ihren Ängsten und gewinnt so zunächst ein erstes Stück Eigenständigkeit zurück. Doch die Angst kommt wieder. Langsam lernt sie, dass sie der Angst auch zuhören muss, damit sie versteht, wieso sie da ist. Sie gibt ihrer Angst einen Namen und spricht mit ihr. Antonia meint, sie ist durch die Erfahrung mit der Angst auch gewachsen, empathischer und reflektierter geworden. Schließlich geht sie an die Öffentlichkeit und outet sich als Angsterkrankte. Offen, ehrlich und humorvoll teilt die Journalistin und Bloggerin ihre Erfahrungen, gibt wertvolle Tipps und spendet entlastende Worte für andere Betroffene. Das Buch ist kurzweilig geschrieben und eignet sich auch für Angehörigeund Freunde von Angsterkrankten, die „ihre“ Betroffenen besser verstehen möchten. Es ist uneingeschränkt empfehlenswert.

Das Buch ist im Piper-Verlag erschienen (ISBN-13: 9783492061612) und kostet 16 Euro.
Link zum Piper-Verlag: https://www.piper.de/buecher/angstphase-isbn-978-3-492-06161-2


Header der Website www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de

Header der Website www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de

Corona-Krise und Alzheimer-Patienten: Strukturen schaffen

Gerade Menschen, die an Alzheimer leiden, tun sich mit Veränderungen im Alltag und mit Ungewohntem schwer. Dies gilt umso mehr in Zeiten von COVID-19 und den damit einhergehenden, sich meist täglich ändernden Beschränkungen und Vorgaben.Das Informationsportal „Neurologen und Psychiater im Netz“ gibt im Artikel „Alzheimer-Patienten: Klare Struktur und einfache Erklärungen helfen durch Corona-Krise“ vom 7. April 2020 Hinweise, worauf Angehörige nun achten sollten, und bezieht sich dabei auf eine dpa-Pressemeldung. Klare Tagesstrukturen sind demnach unerlässlich für Alzheimer-Patientinnen und -Patienten. Das könnten zum Beispiel Spaziergänge sein, die immer zur gleichen Zeit stattfinden und auf denen die Betroffenen stets begleitet werden sollten. Dabei sollten Wegegenutzt werden, auf denen möglichst wenige Menschen unterwegs seien, damit die Abstandsregelungen eingehalten werden könnten. Auchregelmäßiges und gründliches Händewaschen sei sehr wichtig, da Personen mit Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium häufig ein geschwächtes Immunsystem hätten und dadurch anfälliger für Infektionskrankheiten seien.

Außerdem sollte die gesamte Situation und alles, worauf zu achten ist, in möglichst einfachen Worten erklärt werden.Seien an Alzheimer erkrankte Verwandte im Heim untergebracht, gebe es trotz aller Beschränkungen verschiedene Möglichkeiten, Kontakt zu halten. Man könne miteinander telefonieren, die Enkelkinder könnten Bilder malen. Wer sich mit dem Smartphone auskenne, freue sich vielleicht über ein Video. Dürften die Patientinnen und Patienten im Heimauf den Balkon oder in den Garten, könnten die Angehörigen aus der Ferne winken. Allerdings: Was dem einen guttue, bringe den anderen möglicherweise durcheinander. Die perfekte Lösung gibt es aus Sicht von Christian Leibinnes vom Verein Alzheimer Forschung Initiative (AIF) nicht. Man müsse schauen, was im Einzelfall machbar sei.

Der gesamte Text ist zu finden unter https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/news-archiv/meldungen/article/alzheimer-patienten-klare-struktur-und-einfache-erklaerungen-helfen-durch-corona-krise.


spiegel.gif

SPIEGEL: Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychosen

In einem Beitrag vom 20. März 2019 schreibt der SPIEGEL auf seiner Online-Plattform über den Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychosen. Je stärker das in einer Stadt kursierende Cannabis sei, desto häufiger würden dort Psychosen diagnostiziert. Dies hätten Forscher im Fachblatt „Lancet Psychiatry“ berichtet.Für die Studie seien Daten aus elf europäischen Ländern ausgewertet worden. Am deutlichsten zeige sich der Effekt in London und Amsterdam, wo Cannabis mit einem hohen Gehalt an psychoaktivem Tetrahydrocannabinol (THC) weit verbreitet sei. Setze man voraus, dass Cannabiskonsum tatsächlich für Psychosen verantwortlich sei, ließen sich in Amsterdam geschätzt die Hälfte aller neu diagnostizierten Psychosen auf den täglichen Konsum von starkem Cannabis zurückführen, in London etwa ein Drittel. Als stark bezeichneten die Forscher Cannabis mit einem Gehalt von mehr als zehn Prozent THC.Fast 30 Prozent der Menschen mit diagnostizierter Psychose hätten im Rahmen der Untersuchung angegeben, täglich Cannabis konsumiert zu haben, in der Kontrollgruppe seien es knapp sieben Prozent gewesen. Von den Konsumentinnen und Konsumenten mit Psychose gaben weitaus mehr (37 Prozent) an, starkes Cannabis zu nutzen, als diejenigen der Kontrollgruppe (19 Prozent). Im Mittel der elf europäischen Städte habe sich ein geschätzt dreimal so hohes Risiko füreine Psychose bei Menschen mit täglichem Cannabiskonsum mit hohem THC-Gehalt ergeben und ein bis zu fünfmal höheres Risiko verglichen mit Menschen, die nie Cannabis konsumierten.Deutsche Städte seien bei der Analyse nicht vertreten gewesen. Die Ergebnisse seien aber aus Sicht von Rainer Thomasius, ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg, auf Deutschland übertragbar. Laut Drogen- und Suchtbericht 2018 liege der THC-Gehalt hierzulande im Mittel für Haschisch bei fast 15 Prozent und für die Blütenstände der Hanfpflanze bei gut 13 Prozent.

Den ganzen Artikel gibt es unter https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kiffen-je-staerker-das-cannabis-in-der-stadt-desto-haeufiger-sind-psychosen-a-1258831.html

Header der Petition “Selbsthilfegruppen sind systemrelevant des SHZ Münchens auf www.openpetition.de/petition/online/selbsthilfegruppen-und-selbstorganisierte-initiativen-als-systemrelevant-einordnen.

Header der Petition “Selbsthilfegruppen sind systemrelevant des SHZ Münchens auf www.openpetition.de/petition/online/selbsthilfegruppen-und-selbstorganisierte-initiativen-als-systemrelevant-einordnen.

Petition des SHZ Münchens unterstützen

Das SHZ München bittet in seiner Petition um Ihre Unterstützung. Gefordert wird, Treffen von Selbsthilfegruppen und selbstorganisierten Initiativen wieder zu ermöglichen und die Selbsthilfeunterstützungsstellen wieder zu öffnen. Dies ist trotz weitreichender Öffnungen und Lockerungen im Zuge der Corona-Krise mit Stand zum 03.06.2020 in Bayern nach wie vor nicht möglich.

Die Zahl der Selbsthilfegruppen wird bayernweit auf rund 11.000 geschätzt und bietet zahlreichen Menschen einen sicheren Raum und Rahmen sowie Struktur im Alltag. Wer weitere Informationen bezüglich der Petition bekommen will und diese mit seiner oder ihrer Unterschrift unterstützen möchte, findet hier die Petition des SHZ München hier : https://www.openpetition.de/petition/online/selbsthilfegruppen-und-selbstorganisierte-initiativen-als-systemrelevant-einordnen

Mai-Blog

BASTA in Vor-Corona-Zeiten: Auf der Kundgebung des Münchner Aktionstages gegen Stigmatisierung 2015 (heute ZehnZehn) blickt Dr. Kissling neben dem BASTA-Banner als einziger in die Kamera.  Foto: Peter Bechmann

BASTA in Vor-Corona-Zeiten: Auf der Kundgebung des Münchner Aktionstages gegen Stigmatisierung 2015 (heute ZehnZehn) blickt Dr. Kissling neben dem BASTA-Banner als einziger in die Kamera.
Foto: Peter Bechmann

Hinweis zu BASTA in Corona-Zeiten

Liebe Leserin, lieber Leser,
auch BASTA legt aufgrund von Corona eine kleine Pause ein. Aufgrund der aktuellen Situation können wir momentan nicht wie gewohnt unsere Aufklärungsseminare für SchülerInnen und PolizeibeamtInnen sowie unsere Kulturveranstaltungen durchführen. Die Gesundheit aller Beteiligten ist dabei oberstes Gut und Grundlage dieser Entscheidung.

Selbstverständlich stehen wir in dieser Zeit weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung und freuen uns auf Ihre Anliegen und Anfragen.

Wir wünschen Ihnen eine gute und gesunde Zeit und wollen gerne auf das Kurzprogramm "Psychisch gesund bleiben während Social Distancing, Quarantäne und Ausgangsbeschränkungen" verweisen, in dem Sie verhaltenstherapeutische Hilfestellungen für die aktuelle Situation finden: https://www.psych.mpg.de/interventionsprogramm

Alles Gute und herzliche Grüße

Ihr BASTA-Team


Buchcover “Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein”

Buchcover “Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein”

Buchbesprechung: „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“

In seinem Buch „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ beschreibt Benjamin Maack sein Abgleiten in eine tiefe Depression. Auch seine Suizidgedanken klammert er nicht aus. Vier Jahre zuvor hatte er sich schon einmal in die Psychiatrie eingewiesen. Jetzt ist er wieder da und schildert die letzten Nächte, die er nicht mehr im Ehebett, sondern auf dem Sofa verbracht hat, schlaflos, nervös und in Panik. Dass er sich seiner Familie nicht mehr „zumuten“ will. Er berichtet vom Alltag in der Klinik. Wie er mit den Mitpatienten „Alarm für Cobra 11“ schaut oder im Aufenthaltsraum Delfine im Mondlicht puzzelt. Dass ihm statt seiner Frau und seiner Kinder die Pfleger zum 40. Geburtstag gratulieren und wie er in der Kreativwerkstatt lernt zu sticken.

Er schreibt über Medikamente und ihre Nebenwirkungen und über jenen Abend, an dem selbst starke Beruhigungsmittel nicht mehr helfen und er auf die „Geschlossene hinter der Geschlossenen“ verlegt wird – ständig schwankend zwischen Hoffnung und tiefer Verzweiflung. Letztlich sind es die Gedanken an seine Familie, die ihm die Kraft geben weiterzumachen.

Das Buch ist authentisch und sehr gelungen, eignet sich aber nicht für Menschen mit schwachen Nerven. Denn Maack schildert seine Erfahrungen sehr eindringlich, die positiven wie die negativen.

Das Buch ist im Suhrkamp Verlag erschienen (ISBN: 978-3-518-47073-2) und kostet 18 Euro.
(https://www.suhrkamp.de/buecher/wenn_das_noch_geht_kann_es_nicht_so_schlimm_sein-benjamin_maack_47073.html)


Suizidprävention bei alten Menschen: Aktive Fürsorge hilft

Menschen, die älter als 70 Jahre sind, begehen häufiger Suizid als Jüngere. Dabei kann der Verlust des Ehepartners oder naher Angehöriger der Lebensmüdigkeit einen zusätzlichen Schub verleihen. Die meisten Betroffenen leiden unter Depressionen. Hilfreich scheint sozialer Kontakt zu sein. Damit setzt sich Susanne Donner in ihrem Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 10. September 2019 auseinander. Sie nimmt zum einen Bezug auf eine italienische Studie von 2002, die belegt, dass die Suizidrate bei 18.000 Senioren durch Telefonseelsorge um mehr als zwei Drittel reduziert werden konnte. Zum anderen befasst sie sich mit dem Modellprojekt „Gemeindeschwestern plus“ in Rheinland-Pfalz, das im Mai 2018 abgeschlossen wurde und zeigt, wie wichtig aktive Fürsorge für ältere Menschen ist. 14 Schwestern haben im Laufe des Projekts insgesamt 3000 Seniorinnen und Senioren zu Hause besucht und es ihnen ermöglicht, am alltäglichen Leben teilzunehmen. Dies hat Wirkung gezeigt. Nach Aussage von Frank Weidner, Direktor vom Deutschen Institut für Pflegeforschung, das das Projekt wissenschaftlich begleitete, fühlten sich die meisten Seniorinnen und Senioren mit den Hausbesuchenwohl und wollten nicht mehr darauf verzichten.(www.sueddeutsche.de/gesundheit/suizid-alter-1.4593328)


Werkzeuge der Kreativität

Werkzeuge der Kreativität

Malgruppe für ehemalige Patientinnen und Patienten am Klinikum rechts der Isar

Jeden Mittwoch findet von 16:15 bis 18 Uhr eine Malgruppe für ehemalige Patientinnen und Patienten des Klinikums rechts der Isar statt. Unter Leitung von Kunsttherapeutin Dorothee Burgemeister (E-Mail: mail@dorotheeb.de) wird gemalt, wonach der Sinn steht – abstrakt oder konkret, frei oder nach einer Vorlage. Themenwerden in der Regel nicht vorgegeben, es sei denn, es wird ausdrücklich gewünscht.

Die Malgruppe besteht seit etwa 30 Jahren und wurde von Flora von Spreti, ebenfalls Kunsttherapeutin, gegründet. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer schwankt zwischen sieben und neun, neue werden nur nach Rücksprache mit der Leiterin aufgenommen. Die Beteiligten sollen vor allem Spaß haben und Freude in dem Gemeinschaft erfahren, Tagesstruktur und Raum für Kreativität erhalten.